Donnerstag, 2. September 2010

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Vattenfall-Freileitung führt eng an Eberswalde vorbei

Landrat Bodo Ihrke ArrayDie in Uckermark und Barnim geplante 380-Kilovolt-Freileitung der Firma Vattenfall könnte für Teile von Eberswalde erhebliche Auswirkungen haben. Im Osten von Finow und im Brandenburgischen Viertel bestehen unter Umständen erhebliche Gefahren, da dort bereits zwei Hochspannungsleitungen verlaufen. Teilweise, so wurde bei einer Diskussion am Freitagabend in der Fachhochschule deutlich, sollen die Abstände zwischen Freileitung und Kleingärten beziehungsweise Wohnbebauung unter 100 Meter betragen. Üblich seien heute aber 235 Meter Abstand, da sonst Schäden für die menschliche Gesundheit zu befürchten seien, so Thomas Pfeiffer, Sprecher der Bürgerinitiative gegen eine Freileitung durch das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. In fünf Monaten hat die Bürgerinitiative erreicht, dass der Bundesrat am 19. September berät, ob die geplante Vattenfall-Freileitung als Modellprojekt zur Erdverkabelung realisiert wird. "Die Gefahr ist noch lange nicht gebannt", so Pfeiffer am Freitagabend.

Vertreter von SPD, FDP, den Grünen und der Linken erklärten sich mit der Bürgerinitative solidarisch und sprachen sich vehement gegen eine Freileitung durch das Biosphärenreservat aus. Klar wurde im Verlauf der Debatte, dass nicht allein Mensch und Natur im Biosphärenreservat betroffen sind. So wies Hartmut Lindner aus Senftenhütte sehr deutlich auf die Gefährdungen für Eberswalde hin. Diese spielten in der öffentlichen Wahrnehmung bislang keine Rolle, wie übrigens auch kaum der weitere Trassenverlauf in Richtung Bernau. So führt die auf der Vattenfall-Homepage abgebildete Trasse jeweils eng im Osten an den Gemeinden Danewitz und Albertshof vorbei, passiert Lohme im Süden und steuert auf Neuenhagen in Märkisch Oderland zu.

forderte in der Diskussion stärkeres Interesse der Bürger an Planungsvorhaben. Ihm wurde von Lindner der Verwurf gemacht, dass der Kreis zwar im Planungsverfahren der Freileitung eine Erdverkabelung gefordert habe, aber nichts unternahm, nachdem diese Forderung im Abwägungsverfahren keine Berücksichtigung fand. "Warum hat der Kreis nicht widersprochen und die Öffentlichkeit gesucht, um dieses Problem zu publizieren?", fragte Lindner. Gleiches gelte für die Stadt Eberswalde und die verschiedenen Ämter, die ebenfalls 2006 einbezogen waren.

Ihrke zog sich auf eine Position zurück, die er schon in der Debatte über die Sondermüllverbrennung der Firma Theo Steil vertreten hatte. Demnach seien für politische Stellungnahmen die Kommunen zuständig. "Wir gehen mit wichtigen Verfahren aber auch zu den Abgeordneten", erklärte Ihrke schließlich.



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