Strausberg ArrayIn ihrer konstituierenden Sitzung hatte die neu gewählte Strausberger Stadtverordnetenversammlung gleich eine wichtige Vorlage zu beschließen: Soll sich Strausberg an der Ausschreibung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben für den Klub am See bei einer Ausschreibungssumme von 750 000 Euro beteiligen oder nicht? Die Mehrheit dafür kam vor allem durch SPD und Linkspartei zustande.
Die Sache duldet keinen Aufschub: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat den Klub am See zum Preis von 750 000 Euro ausgeschrieben, und die neu gewählten Stadtverordneten sollten schon in ihrer ersten Sitzung darüber entscheiden, ob Strausberg ein Gebot einreichen soll. Die bisherige Beschlusslage ist eindeutig und mit großer Mehrheit herbeigeführt: Die Stadt möge sich in den Besitz der gesamten Immobilie bringen.
Jürgen Schmitz (Offene Fraktion/OF) wandte ein, dass die 13 Neulinge unter den Stadtverordneten nicht ausreichende Informationen über das Thema haben könnten. Sebastian Lemke (OF) fürchtet um die finanziellen Spielräume nachkommender Generationen, wenn Strausberg doch noch 18 Millionen Euro Kredite abzutragen habe und jetzt ein solcher Beschluss gefasst würde. Robert Krause (OF) monierte, dass der Haushalt noch nicht beschlossen sei und kein Nutzungskonzept vorliege. Und Fraktionsvorsitzender Thomas Frenzel (OF) brachte den Änderungsantrag ein, die Bewerbung um den Zuschlag unter Haushaltsvorbehalt zu stellen. Dagegen wandte sich Bürgermeister Hans Peter Thierfeld energisch: "Wenn ich mich gegenüber Dritten um den Zuschlag einer Ausschreibung bemühe, muss ich das vorbehaltlos tun, wenn ich eine Chance haben will."
Die erneut zur Stadtverordnetenvorsitzenden gewählte Cornelia Stark stellte Frenzels Änderungsantrag zur Abstimmung. Da zeigte sich erstmals die neue absolute Mehrheit der neu aufgelegten rot-roten Kooperation: 21 lehnten ihn ab, acht stimmten dafür, drei enthielten sich. Als der ursprüngliche BeschlussÂentwurf abgestimmt wurde, enthielten sich dann Evelyn Behlau (CDU), Thomas Frenzel, Jens Knoblich, Robert Krause, Sonja Zeymer, Jürgen Schmitz (alle OF), Thomas Otte und Thomas Weiske (beide CDU) der Stimme, Sebastian Lemke stimmte dagegen, und die anderen 23 Stadtverordneten (Udo Lungwitz fehlte) stimmten dafür, dass sich die Stadt beteilige und bis 10. November ein Angebot abgibt.
Im Publikum quittierte man die Mehrheit für die Bewerbung mit Beifall. Die bisherige Vorsitzende der Finanz- und Wirtschaftsausschusses Sibylle Bock blickte optimistisch auf den Haushalt: "Wir haben Mittel für die Landesgartenschau eingestellt, die werden wir wahrscheinlich nicht brauchen. Ich denke, wir können guten Gewissens ein Gebot abgeben." Wie das konkret gestaltet werden solle, legte Bürgermeister Thierfeld den Stadtverordneten im nichtöffentlichen Teil dar. Für ein Nutzungskonzept hat die Initiativgruppe bereits substanzielle Vorarbeit geleistet.

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