Donnerstag, 2. September 2010

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Welche Werte sind wichtig?

ArrayEin Studium, wahrscheinlich Internationales Touristmanagement, das ist der Traum von Kathleen Mahrenholz. Die Schülerin ist zwar erst 18 Jahre alt, aber ihre Zukunft hat sie schon ganz genau vor Augen. "Ich habe mich vorher nie mit Werten beschäftigt oder damit, was ich wirklich will", bekennt die junge Seelowerin. Jetzt weiß sie, dass ihr vor allem ihre Familie wichtig ist, ihre Freunde und, dass sie schon jetzt die Weichen für ihre Lebensbedingungen im Alter stellt.

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Zusammen mit sechs anderen Schülerinnen hat Kathleen Mahrenholz an einem brandenburgweiten Projekt der Stiftung Demokratische Jugend teilgenommen. Der Titel: "Brandenburg - Das bist du uns wert". Das Besondere dabei war, dass die Jugendlichen nicht selbst über ihre Wertevorstellungen befragt worden sind, sondern denen anderer Leute aus ihrer Region auf den Grund gingen. Dass sie sich über ihre eigenen Werte klar wurden, war vielmehr ein angenehmer Nebeneffekt. Die Jugendgruppe 007 aus Seelow und Letschin wollte von Bürgermeistern genauso wissen, was ihnen wichtig ist im Leben wie von Harz-VI-Empfängern, Einwanderern und Selbstständigen. Die Ergebnisse ihrer Interviews werden zurzeit im Kreiskulturhaus präsentiert. Die Ausstellung ist nur diese Woche zu sehen. Dann gehen die Plakate als Wanderausstellung weiter auf eine Reise durch ganz Brandenburg.

Von Toleranz ist auf den Plakaten oft zu lesen, von Familie, Freundschaft, Arbeit und Liebe. Alle Antworten werden anonym behandelt. Eine Einwanderin sagt zum Beispiel, Geld sei nicht das Wichtigste für sie, sondern mit anderen Leute Kontakt aufzunehmen. Dazu bedarf es allerdings viel Mut. Aber auch von deutschen Kollegen anerkannt zu werden sei wichtig. Eine Harz-VI-Empfängerin zählt Fleiß und Zuverlässigkeit auf, ein Rentner Ehrlichkeit und Rücksicht. Gemeinsamkeiten, andere Leute einbeziehen und über Grenzen hinaus schauen, das hält eine Sozialarbeiterin für ganz wichtig. Ein wichtiger Wert, den man erst im Laufe des Lebens zu schätzen weiß, ist die Gesundheit, sagt ein Politiker.

Es sind die vielfältigen Wertevorstellungen, die die Ausstellung interessant machen und zum Nachdenken anregen. Auch wenn sich die Vorstellungen der Brandenburger gleichen - in Eberswalde, wie in Caputh, Rathenow und Seelow. Unterschiede gibt es höchstens zwischen ländlich und städtisch geprägten Regionen. Deutlich wird das vor allem an der Aussage einer Lehrerin, die bei Seelow zu Hause ist. "Es ist eine tote Region und wir versuchen alle, das Beste daraus zu machen", sagt die Frau. Kathleen Mahrenholz hat sich dieser Satz eingebrannt. "So denken sicher viele Leute hier", vermutet die Schülerin. Perspektivlosigkeit klingt aus den Satz und fehlender Mut. "Deshalb gewinnen hier Arbeit und Bildung immer mehr an Bedeutung, weil sie uns prägen und unsere Entscheidungen nachhaltig beeinflussen", ist das Ergebnis der Gruppe.

Für Franziska Zink steht noch etwas anderes im Vordergrund. Auch sie gehörte zur Schülergruppe 007 Seelow-Letschin. "Viele Leute reden höchstens unbewusst darüber, was ihnen wichtig ist", sagt die 18-Jährige. "Es ist kein Alltagsthema. Das Interessanteste war für mich deshalb zu sehen, was die Leute wirklich bewegt."

Am Montagabend eröffnete die Gruppe ihre Ausstellung mit einem Fest der Generationen und einem Markt der Möglichkeiten. Die abschließende Gesprächsrunde zwischen Jungen und Alten beschäftigte sich mit einer Werte-Debatte. Fragen wie, an welchen Werten müsste sich eine Gesellschaft orientieren? - wurden gestellt und diskutiert. Oder: Verändern sich Werte im Laufe des Lebens, besonders im Hinblick auf die Globalisierung? Daran beteiligt waren unter anderem Annemarie Rettig, Vorsitzende des Kreisseniorenbeirates Märkisch-Oderland, Pfarrer Jörg-Rainer Matthias und der Vorsitzende der Kindervereinigung Seelow Uwe Hädicke. Betreut wurde die Gruppe 007 seit dem Frühjahr von der Jugendkoordinatoren Jana Behrend aus Letschin.

Ausstellung "Brandenburg - Das bist du uns wert" noch bis Freitag; Anmeldungen sind erbeten unter Telefon: 03346 278; An dem Projekt beteiligt waren Kathleen Mahrenholz, Franziska Zink, Severine Schmidt, Luisa Rath, Paula Bergemann, Monique Menz und Anne Kuchenbecker.



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