Donnerstag, 2. September 2010

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Sturm und Sturmflut in Mitteleuropa

Hamburg ArraySturm mit Böen von über 100 Stundenkilometer ist am Freitag über Mitteleuropa hinweggefegt. Vor Großbritannien gerieten zwei Schiffe in Seenot. In Belgien wurde ein Motorradfahrer von seiner Maschine geweht, von einem nachfolgenden Lastwagen überrollt und getötet. In teilen Skandinaviens fiel der Strom aus. Bei zahlreichen Unfällen in Norddeutschland wurden mehrere Menschen verletzt.

Eine Autofähre mit 23 Menschen an Bord lief in der Nacht zum Freitag vor der westenglischen Küste bei Blackpool auf Grund, nachdem sie von einer Riesenwelle getroffen worden war. Alle Besatzungsmitglieder und Passagiere konnten in einer dramatischen Rettungsaktion in Sicherheit gebracht werden, wie die Rettungskräfte mitteilten. Im Westen Schottlands lief ein Fischdampfer auf Felsen auf. Die 14 spanischen Besatzungsmitglieder konnten von Bord geholt werden, während das Schiff voll Wasser lief.

Auf der dänischen Ferieninsel Læsø im Kattegat brach die Stromversorgung fast vollständig zusammen, weil der Sturm Leitungsmasten umgestürzt hatte. Auch im südlichen Schweden blieben 12 000 Haushalte ohne Elektrizität. An der dänischen Nordseeküste bereitete sich die Bevölkerung auf Überschwemmungen vor, die von den Meteorologen für das Wochenende vorausgesagt worden waren.

Die Fähren in Nordfriesland konnten erst am späteren Freitagvormittag wieder ihre Anleger erreichen. Zuvor hatte das Wasser so hoch gestanden, dass niemand von Bord gehen konnte. Wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie mitteilte, hatte Orkantief "Resi" die Sturmflut an der schleswig-holsteinischen Küste bis zu 1,80 Meter über dem mittleren Hochwasser auflaufen lassen. Auch an der ostfriesischen Küste in Niedersachsen oder an der Elbmündung vor Cuxhaven wurden noch Marken über 1,50 Meter erreicht.

Ein vor Bremerhaven vor Anker liegender 80 Meter langer Massengutfrachter wurde vom Sturm ins Fahrwasser der Weser getrieben. Durch schnelles Eingreifen eines Lotsen und der Wasserschutzpolizei sei der Vorfall glimpflich ausgegangen.

Im niedersächsischen Wilhelmshaven wurden bei sturmbedingten Unfällen mehrere Menschen verletzt. Auf der A 27 überschlug sich südlich von Bremerhaven bei Glätte und Hagel ein Auto. Dort wurden drei Menschen leicht verletzt. Im Kreis Gifhorn fuhr eine Frau mit ihrem Auto gegen einen umgestürzten Baum. Ein Ast des Baumes bohrte sich in ihren Oberkörper und verletzte sie schwer.

Der Deutsche Wetterdienst warnte am Freitag vor weiteren orkanartigen Böen an den Küsten. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz rechnete am Abend erneut mit einer Sturmflut und Überflutungen von Stränden und Deichvorland. Auch an diesem Samstag würde das Wasser noch hoch auflaufen. "Eine Gefahr für die Deiche besteht nicht", sagte jedoch ein Sprecher des Landesbetriebes.

Während Mitteleuropa mit Sturm und Regen zu kämpfen hat, leidet Spanien unter der schwersten Dürre seit Jahrzehnten. Betroffen sei insbesondere die Mittelmeerküste, teilte das Umweltministerium nach Presseberichten vom Freitag in Madrid mit. Die Landwirtschaft muss voraussichtlich ihren Wasserverbrauch einschränken. In Katalonien ist die Situation so ernst, dass Pläne für eine Wasserversorgung der Städte wie Barcelona per Schiff ausgearbeitet werden. Die Stauseen sind dort nur noch zu 25 Prozent gefüllt. Spanien und Portugal hatten schon 2005 und 2006 unter einer extremen Dürre gelitten. Hitze auch in Australien. Dort war der Sommermonat Januar nach Angaben der Behörden um 1,3 Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt.



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