ArrayFürstenwalde2006 lehnte die Jury des Wettbewerbs "Jugend komponiert" Tabea Gesches Musikstück noch ab, in diesem Jahr war die Zwölfjährige dafür doppelt erfolgreich: Gleich zwei ihrer Kompositionen sind unter die besten drei des Wettbewerbs gewählt worden. Ob sie gewonnen hat, erfährt die Fürstenwalderin jedoch erst am Sonntag.
Der letzte Schliff vor dem Finale: Gitarristin Ulrike Merk und Tabea Gesche (rechts) besprechen noch einmal die ersten Takte des selbst komponierten Musikst³ckes
Man muss kein Musiktheorie-Experte sein, um selbst ein Stück zu komponieren - das sagt jedenfalls Tabea Gesche. Sie selbst hatte noch nie extra Theorieunterricht, spielt aber seit rund vier Jahren Gitarre in der Fürstenwalder Musik- und Kunstschule. "Wenn man die Grundlagen gelernt hat, kann man auch komponieren", so die Zwölfjährige. Bereits 2005 habe sie damit begonnen.
Seitdem nimmt Tabea Gesche einmal im Monat am Kompositionskurs ihrer Gitarrenlehrerin teil. Mit Ulrike Merk steht ihr dabei eine Expertin zur Seite, denn die in Berlin lebende Musikerin hat selbst vor sechs Jahren den Internationalen Komponistinnen-Wettbewerb der Stadt Mannheim gewonnen und unterrichtet außerdem an der Universität der Künste das Fach Komposition für Instrumentalisten.
Im Kurs an der Fürstenwalder Musikschule lernen die Nachwuchs- und Hobbymusiker unter anderem, wie die Melodien anderer Komponisten aufgebaut sind. "Anhand der fertigen Stücke entwickeln wir im Unterricht ein Modell, das die Jugendlichen dann zu Hause mit eigenen Tönen ausfüllen", erklärt die Gitarristin. Um einen Anfang zu finden, könne man auch die ersten Noten nach dem Zufallsprinzip mit einem Würfel ermitteln.
Auf diese Weise ist im vergangenen Jahr auch Tabea Gesches modernes Stück "Krimi" entstanden. "Eigentlich wollte ich es zum Wettbewerb schicken, habe dann aber den Einsendeschluss verpasst", erinnert sich die Fürstenwalderin. Also musste das Werk ein Jahr warten. In der Zwischenzeit arrangierte die Musikschülerin eine weitere Komposition unter dem Namen "Die Geschichte vom fliegenden Robert". Beide Stücke sind nun ins Finale des gemeinsam von Berlin und Brandenburg veranstalteten Wettbewerbs "Jugend komponiert - Musik erfinden und gestalten" gewählt worden.
Mit dem Finaleinzug ist die Arbeit für die junge Komponistin jedoch noch nicht beendet, denn laut den Wettbewerbsregeln muss sie das Stück am Sonntag beim Berliner Preisträgerkonzert entweder selbst vortragen oder es von anderen Musikerschülern präsentieren lassen. Tabea Gesche hat sich für die letztere Variante entschieden. "Ich habe immer starkes Lampenfieber und spiele nicht so gern vor. Außerdem finde ich es auch mal ganz schön, meine Stücke zu hören, wenn andere sie spielen", so Tabea Gesche. Komponistin will die musikalische Schülerin trotz ihres Erfolges später nicht unbedingt werden. "Eigentlich spiele ich viel lieber selbst ein Instrument, als zu komponieren", sagt sie.
Das Preisträgerkonzert findet am 23. November, ab 11 Uhr, in der Berliner Akademie der Künste (Hanseatenweg 10) statt. Der Eintritt ist frei. Schüler, die sich für den Kompositionskurs interessieren, können sich in der Musikschule melden (Telefon: 03361 22 68).

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