Donnerstag, 2. September 2010

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70 neue Jobs bei FastFood-Kette sind Lichtblick

Bernau ArrayEs ist kein leichter Job, den Edeltraut Koch übernommen hat. Die 56-Jährige Berlinerin ist seit gestern die neue Leiterin der Bernauer Agentur für Arbeit. Die Fußstapfen ihres Vorgängers Bernhard John seien sehr groß, gibt sie zu, aber sie will an seine Erfolge anknüpfen.

In den harten Zeiten auf dem Arbeitsmarkt gibt es auch Hoffnungsschimmer. Die FastFood-Kette zum Beispiel, die gerade in Bernau-Rehberge baut. "70 Leute wollen die einstellen. Das ist doch eine tolle Sache. Vor allem für Kunden, die variable Arbeitszeiten brauchen", freut sich Edeltraud Koch.

Erfreulich seien auch die Chancen in der Sicherheitsbranche. "Man denkt immer, da sind nur starke Männer gefragt, die im Dunkeln um Gebäude laufen, aber da gibt es viele Jobs, die von jedermann zu machen sind. Auch für ältere Leute, die aus der Büroarbeit kommen", weiß sie. "Jüngst haben wir da eine sehr interessante Arbeitgeberbörse zu diesem Thema gemacht, das wollen wir bald wiederholen."

Die Arbeitsvermittlung auch für schwer vermittelbare Menschen liegt der 56-Jährigen sehr am Herzen. Schon früher, als sie selbst noch mehr direkten Kontakt zu den "Kunden" hatte, wie man bei der Agentur die Arbeitsuchenden nennt, war ihr jedes Einzelschicksal wichtig. "Wenn man jemanden hatte, der engagiert war und wo man wusste: der will unbedingt, dann hat man sich schon wahnsinnig mit dem gefreut, wenn es endlich geklappt hat", erinnert sie sich. "Oder auch bei schwierigen Fällen wie zum Beispiel bei Analphabeten. Wenn da eine Vermittlung klappt, dann sind beide Seiten glücklich."

Die für die Region sehr gute Arbeitslosenquote von 8,4 Prozent sei auch durch die Nähe zu Berlin bedingt, weiß Edeltraut Koch. "Dadurch bieten sich viele Möglichkeiten." Schwer vermittelbar sind aus ihrer Erfahrung heraus vor allem Menschen, die nicht mobil sind. Das allerdings kann die Arbeitsvermittlerin oft nicht verstehen. "Es gibt Leute, die ziehen aus Berlin raus aufs Land irgendwohin, wo sie kaum weg kommen und erwarten dann, dass die Arbeit ihnen hinterherkommt."

Trotzdem, weiß Koch aus Erfahrung: "Die meisten Leute, die zu uns kommen, sind wirklich bemüht und wollen wieder arbeiten. Dass einer gar nicht will, ist wirklich selten. Manchmal liegt es dann eher daran, dass man zu wenig Zeit hat, um herauszufinden, was die Leute gerne machen möchten", glaubt sie.

Bei den wenigen Ausnahmen wird aber auch die neue Chefin hart durchgreifen. "Da haben wir ja entsprechende gesetzliche Möglichkeiten und die werden wir auch umsetzen", kündigt sie an.



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