Panketal ArrayVerliert Gisa Kuhn ihre Macht als Chefin des Fördervereins für Senioren und Behinderte - und damit in der Gemeinnützigen Gesellschaft? Am 30. Dezember startet der entsprechende Versuch. Gleichzeitig hat Kuhn ihren Geschäftsführer entlassen. Und die Heimaufsicht prüft die Vorgänge in der Rotunde.
Am 30. Dezember steht die Abwahl von Gisa Kuhn als Chefin des Fördervereins für Senioren und Behinderte auf der Tagesordnung. Dazu eingeladen hat ihr Vize Steffen Groitzsch. Er war wegen kritischer Nachfragen im Zusammenhang mit den Vorgängen um das Zepernicker Seniorenheim eigentlich Ende Februar vom Kuhn-treuen Förderverein entmachtet worden. Nur stellte sich heraus, so sieht es Groitzsch heute, dass die Abberufung wegen diverser Formfehler ungültig ist. Für Apotheker Groitzsch, der von Franz-Anton Plitt, Anwalt der Führer-Gruppe, beraten wird, eine Chance, die Ära Kuhn zu beenden.
Geschehen soll das mit Hilfe neuer Vereinsmitglieder - so haben sich Burchard Führer, der seit Mai das Eichenhof getaufte Haus 11 betreibt, und Bürgermeister Rainer Fornell um Aufnahme beworben. Bisher gab es dafür schriftliche Ablehnungen - ohne Votum einer Mitgliederversammlung. So soll am 30. Dezember ab 17 Uhr im Speisesaal des Eichenhofs vor der Abwahl Kuhns zunächst über die Aufnahme neuer Mitglieder befunden werden. Rechtsanwalt Plitt wünscht sich viele Bürger, die zur Versammlung kommen - unabhängig davon, ob sie bereits einen Aufnahmeantrag gestellt haben. Kuhn sehe den Verein als ihr Eigentum an, dabei sei der Gründungsgedanke gewesen, dass jeder Panketaler beitreten und mitbestimmen könne.
Laut Steffen Groitzsch hat es bisher keine Reaktion von Gisa Kuhn auf die Versammlung gegeben. Auch mit der MOZ wollte sie nicht sprechen. Zudem hat sie das Tischtuch mit Christian Hecker zerschnitten. Der hatte Gisa Kuhn lange treu gedient, zuletzt als Geschäftsführer der Gemeinnützigen Gesellschaft für Senioren und Behinderte, die nach dem Verlust des Seniorenheims eine Kita betreibt und die Rotunde an die Firma SPC vermietet. Jetzt bestätigt er: "Gisa Kuhn hat mir zum 31. Dezember gekündigt". Mit fadenscheinigen Begründungen, wie er sagt. Näher mochte er aus arbeitsrechtlichen Erwägungen heraus nicht äußern. Im Herbst hatte übrigens Georg Kierdorf den Posten als Generalbevollmächtigter niedergelegt - "weil Gisa Kuhn beratungsresistent ist".
Die Heimaufsicht, die der gGmbH das Betreiben des Heims untersagt hatte, was zur Teilung des Objektes führte, ist wieder auf Zepernick aufmerksam geworden. Gibt es doch Berichte, nach denen SPC in Schwierigkeiten steckt. So sollen die Beschäftigten, hieß es aus der Belegschaft, nur noch Abschläge statt voller Gehälter bekommen. Die Heimaufsicht, so Sprecherin Petra Schmoger,, prüft jetzt in Sachen Rotunde. SPC-Chef Peter A. Wittke war nicht zu erreichen.
Gleichzeitig versucht die Gemeinde, mit der Ausrufung des Heimfalls, also dem Widerruf des eigentlich auf 99 Jahre geschlossenen Erbpachtvertrages, der gGmbH den Zugriff auf das Gelände zu entziehen. Um Haus 11 und Rotunde wieder an ein Unternehmen geben zu können. Dabei würde sich Burchard Führer freuen, nicht nur beide Häuser zu betreiben, sondern für das gesamte Gelände eine Erbpacht zu erhalten. Um leichter bei Banken an Geld für Investitionen zu kommen. Führers Sprecher Detlef Stabenow sieht "sehr konstruktive Gespräche mit der Gemeinde". Laut Bürgermeister Rainer Fornell wird Führer seine Pläne im Januar in der Gemeindevertretung präsentieren - "der Ausgang ist völlig offen". Professor Jürgen Elsner (Linke) möchte das Gelände nicht an Führer geben - und würde lieber das Heim kommunal betreiben. Auch Sigrun Pilz (CDU) will das Gelände bei der Gemeinde lassen. Um selbst Gebäude für altersgerechtes Wohnen zu errichten. Dagegen findet Burkhard Thomaschewski (SPD), dass Erbpacht oder Verkauf "eine saubere Lösung wären, über die man nachdenken muss". Alle drei Kommunalpolitiker waren in der bis zur Wahl bestehenden Heim-Arbeitsgruppe. Thomaschewski ist nicht mehr Abgeordneter, aber berufener Bürger im Sozialausschuss, der jetzt das Thema Seniorenheim behandelt.
Zunächst aber wird vor Gericht entschieden, ob die Gemeinde SPC als Mieter ablehnen und deshalb den Heimfall ausrufen darf. Aber selbst wenn Panketal hier verlieren sollte, gibt es noch ein zweites Argument: Nach Ansicht der Gemeinde sind die zugesagten Investitionen von Gisa Kuhn nicht eingehalten worden. In der Gesamtsumme nicht. Aber letztlich wohl rein formal überhaupt nicht. Denn, sagt Anwalt Franz-Anton Plitt, die Rotunde stehe zu einem großen Teil gar nicht auf dem fraglichen Grundstück. "Und in das Haus 11 hat sie ja nie investiert."

Meist kommentierte Artikel
29.08.2010 18:46 Nachrichten
Sarrazin legt nach
15.06.10 20:15 LR Fürstenwalde
Beim 4. Kind soll ein Tragetuch genügen
23.07.10 08:01 LR Frankfurt (Oder)
Polen kaufen gern in Frankfurt ein
05.07.10 19:27 Berlin/Brandenburg
Frankfurt verliert Polizeipräsidium
19.04.10 21:06 LR Uckermark
„Korfu“ in Schutt und Asche