Kreis Barnim ArrayLicht und Schatten - so lässt sich die Bilanz des Barnimer Baumschutzstammtisches beschreiben, die Andreas Steiner auf der ersten Sitzung 2009 für das zurückliegende Jahr zog. Schwerpunkte seien die Nachpflanzungen im Dichterviertel Ahrensfelde, die Efeuinsel Eberswalde sowie die Allee Britz-Golzow gewesen.
Auch wenn nicht alle Bemühungen von Erfolg gekrönt waren, so verdiene allein das ehrenamtliche Engagement der Mitstreiter Anerkennung, sagte Steiner. "Man darf nicht vergessen, zum Teil kämpfen wir gegen starke Kräfte, gegen Behörden an." Wenn es gelinge, Menschen für den Baumschutz zu sensibilisieren, dann habe man schon viel erreicht.
In Sachen Nachpflanzungen in der Gemeinde Ahrensfelde informierte Ingo Jänich von der Bürgerinitiative "Straßenausbau Ahrensfelde", dass nach wie vor 26 Bäume fehlen. Kritisch merkte er zudem an, dass trotz der bereits gepflanzten Bäume (etwa 140) "der Alleecharakter verloren gegangen ist". Und ob auch tatsächlich wieder Linden in die Erde kamen, werde sich im Frühjahr zeigen.
Die Bürgerinitiative befürchtet, dass teilweise Eschen gesetzt wurden, eine Art, die für den Standort nicht geeignet sei. Auch habe man beobachten können, dass bei den Nachpflanzungen geringere Stammumfänge gewählt wurden. "Wir sind zwar alles keine Baumexperten", so Jänich. Doch offenbar seien die Auflagen nicht erfüllt worden. Deshalb will die Initiative noch einmal nachhaken. Im Februar 2008 waren im Dichterviertel insgesamt 150 Linden gefällt worden, "um Platz für den Straßenbau zu schaffen", wie Jänich sagte.
Als Erfolg wertete Andreas Steiner die Erarbeitung des Aktionsplans "Alleen im Barnim" durch die Fachhochschule Eberswalde. Landkreis und Landesbetrieb Straßenwesen hatten das Werk in Auftrag gegeben. "Das ist, obgleich es sich nicht um ein Gutachten handelt, ein guter Leitfaden", befand Steiner. Es bescheinige der Allee Rüdnitz-Danewitz beispielsweise eine "gute Vitalität". Besonders wertvoll sei sie für das Landschaftsbild. Trotz des Erhalts, so Steiner, stehe das Problem des Straßenausbaus. "Deshalb müssen wir dranbleiben."
Steiner räumte ein, dass das Bündnis bei der Allee Britz-Golzow etwas "forsch" aufgetreten sei. Doch letztlich habe das Veto des Stammtisches auch etwas Gutes gehabt und etwas bewegt. "Alle Partner haben sich zusammengefunden, und zwar das erste Mal überhaupt in dieser Art", so Steiner. "Und einige der 30 Linden, die aufgrund des Pilzbefalls zur Fällung vorgesehen waren, konnten gerettet werden." Die Krim-Linde, die entlang der Landesstraße 29 steht, erfordere halt besondere Pflegemaßnahmen.
"Auch wenn viel Staub aufgewirbelt wurde, so ist dieser Fall doch sehr gut gelaufen", bestätigte Christiane Franke von der Biosphäre. Als Mitglied der Agendagruppe 21 aus Angermünde nahm sie erstmals am Stammtisch teil. Und Andreas Steiner bescheinigte der Barnimer Kreisverwaltung noch einmal große Fairness. Sein Dank galt insbesondere Peter Blankenburg.
Die Strategie des Stammtisches für alle Alleen stütze sich auf Lücken- beziehungsweise Nachpflanzungen sowie die Pflege. "Und aktuell wenig Tausalzeinsatz." Da sehe man sich in Übereinstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde. Der Aktionsplan soll im März im Umweltausschuss des Barnimer Kreistages beraten und in Teilen auch im Internet veröffentlicht werden, ergänzte Ute Krakau.
2009 gehe es u. a. darum, das Vakuum, das mit dem Auslaufen der Landes-Baumschutzverordnung entsteht, zu füllen. Dabei setze der Stammtisch, so Steiner, nicht auf Konfrontation, sondern auf Kooperation - mit den Kommunen, Bauträgern sowie dem Kreis. Die Annäherungsversuche im Vorjahr stimmen ihn optimistisch.

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