l Poststraße 50-54 Arrayund Andreas Wendt
Staubiger Stadtumbau: Ein leer stehendes Bettenhaus an der Karl-Marx-Stra▀e wird Jahr 2006 abgerissen. Aber auch etliche kleinere Wohnbl÷cke folgten. Foto: GMD/Gerrit Freitag
Auch in diesem Jahr fließen wieder Millionen in den Stadtumbau in Eisenhüttenstadt. 3,8 Millionen Euro stehen laut Wolfgang Perske, Chef des Stadtmanagements, bereit. Gefördert wird die städtebauliche Anpassung an veränderte wirtschaftliche und demographische Gegebenheiten aus dem Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost", das 2009 ausläuft. Letztmalig fließe aber der größte Teil davon in den Abriss. "Ab 2009 wiegt die Aufwertung stärker", sagt Perske. So verwundert es nicht, dass die Abrissbagger in Eisenhüttenstadt in den kommenden Monaten gut zu tun haben. 672 Wohnungen werden durch die Wohnungsbaugenossenschaft und die Gebäudewirtschaft in diesem Jahr platt gemacht.
Die Schaufeln der Abrissbagger rücken immer mehr in Richtung Rathaus. Nachdem der VII. Wohnkomplex bereits zu großen Teilen Geschichte und in seine Einzelteile zerlegt ist, rüttelt die schwere Technik der Abrissfirmen an den Kernmauern der Stadt. Die Eisenhüttenstädter Gebäudewirtschaft kämpft sich beispielsweise von der Fürstenberger Straße in Richtung Poststraße vor - insgesamt wird der GeWi-Bestand in diesem Jahr um 382 Wohnungen reduziert. 1,2 Millionen Euro hat Geschäftsführerin Simone Irmer dafür zur Verfügung. Das Geld reicht trotz der von 60 auf 50 Euro je Quadratmeter gekürzten Abrisspauschale - die auch für Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft (EWG) gilt. "Wir kommen damit hin, weil die Platte im Abriss günstiger ist als Mauerwerk", sagt Simone Irmer.
Während das Geld für den reinen Abriss von Bund und Land kommt, muss die GeWi die 1,6 Millionen Euro für das Umzugsmanagement selbst aufbringen. Sie bereitet schon jetzt das kommende Jahr vor - 511 Wohnungen in der Semmelweisstraße, Koch-Straße, Poststraße und im Kiefernweg warten auf den Abriss. Viele Wohnungen stehen bereits jetzt leer. "Aber für 169 Mieter müssen wir noch eine neue Wohnung suchen", sagt die GeWi-Chefin und rechnet vor, dass die Herrichtung einer innerstädtischen Leerwohnung zum Bezug schon mal bis zu 15 000 Euro kosten kann.
Favoriten für einen Neuanfang bei der GeWi sind die sanierten Wohnungen im Bereich PawlowÂallee. 360 Wohnungen hat die GeWi im Stadtzentrum bereits herrichten lassen - etwa 90 sind noch nicht vergeben. Im zweiten Abschnitt, der Mitte dieses Jahres beendet sein wird, richtet die GeWi weitere 240 Wohnungen her. "In der Diehloer Straße, wo vor der Sanierung fast alles leer stand, habe ich auf jede sanierte Wohnung fünf Bewerber", freut sich Simone Irmer.
Auch bei der EWG ist das letzte Kapitel in Sachen Stadtumbau noch lange nicht geschrieben. Im Gegenteil. Die Planungen für Abriss und Modernisierung reichen bereits bis ins Jahr 2011. Allein in diesem Frühjahr und Sommer sollen 290 Wohneinheiten abgerissen werden - hier sind es ausschließlich die Platten im siebten Wohnkomplex Nord, die fallen. Schon jetzt ist keins der Abrissobjekte mehr bewohnt. Abriss und Wiedervermietung werden die EWG in diesem Jahr rund 1,2 Millionen Euro kosten, informiert die Vorstandsvorsitzende Verena Rühr-Bach. Zwei Drittel davon werden durch Fördermittel gedeckt.
Bisher hat die Genossenschaft 991 Wohnungen in der Stahlstadt abgerissen. Damit ist der Plan noch nicht einmal zur Hälfte erfüllt. Bis 2011 sollen insgesamt 1003 weitere Wohneinheiten folgen - unter anderem in der Fischer- und in der Tunnelstraße. Zwar stehen momentan nur 488 Wohneinheiten frei. Aber die Bevölkerung gehe ja weiter zurück, wenn auch nicht mehr so schnell. So begründet Verena Rühr-Bach das andauernde Abrissengagement. Zu wenige Wohnungen auf dem Markt gebe es momentan jedenfalls noch nicht. Allerdings werden gewisse Wohnungstypen schon knapp, weil die vom Abriss betroffenen Mieter vorrangig auf bereits sanierte und möglichst altersgerechte Wohnungen setzen.
Was das Umzugsmanagement angeht, da würden GeWi und EWG gut zusammenarbeiten, lobt die Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft. Da helfe der eine dem anderen. Und auch beim Abriss gibt es stets Absprachen, weil oft beide Wohnungsunternehmen Häuser in einem Straßenzug haben - so wie es beispielsweise bei der Fährstraße der Fall war.
Doch die EWG reißt nicht nur ab, sondern modernisiert auch weiterhin Wohnungen. "Eins unserer größten Projekte in den kommenden drei Jahren werden die Blöcke im Glogower Ring und An der Schleuse sein", sagt Verena Rühr-Bach. Allerdings trägt die EWG diese Kosten im Gegensatz zur GeWi immer allein - und zwar freiwillig. "Wir lehnen eine Förderung ab, weil wir eine daraus resultierende Mietpreisbindung einiger Wohnungen mit teilweise relativ hohen Mieten oder aber eine einkommensgebundene Vermietung verhindern wollen", erklärt sie.
Was wird 2008 wo abgerissen?
Straßennamen/Abrissdatum
14. April-30. September
14. April-31. August
14. April-31. August
25. Februar-18. April
14. April-30. September
14. April-30. September
14. April-31. September
19. Mai-30. Juni
19. Mai-30. Juni
19. Mai-30. Juni
19. Mai-30. Juni
19. Mai-30. Juni
19. Mai-30. Juni
bis 30. Juni
bis 30. Juni

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