ArrayAm 16. Mai erlebt der landesweite Tag des offenen Unternehmens seine zweite Auflage. Wie bei der Premiere vor zwei Jahren werden sich auch Industrie- und Handwerksunternehmen aus der Eisenhüttenstädter Region daran beteiligen. Vielen geht es dabei vor allem darum, potenziellen Nachwuchs mit dem Blick hinter die Kulissen neugierig zu machen und eine erste Orientierungshilfe zu geben.
Rund 400 Betriebe in Brandenburg hatten 2007 ihre Türen und Tore geöffnet. Für die Neuauflage liegen jetzt, knapp zweieinhalb Monate vor dem Termin, bereits 200 Anmeldungen vor. Schon daher ist Andreas Zintzsch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg zuversichtlich, dass in diesem Jahr noch mehr Unternehmen teilnehmen werden. Die Hoffnungen hegt man auch in der Handwerkskammer (HWK), die wie die IHK, das Landeswirtschaftsministerium und die Staatskanzlei Initiator der Aktion ist. HWK-Geschäftsführer Frank Ecker verweist darauf, dass es allein in Eisenhüttenstadt 313 Handwerksbetriebe gibt und ermutigt sie, sich zu öffnen, gerade wenn es um Fachkräftesicherung geht und darum, geeignete Auszubildende zu finden. Das Image des Handwerks sei nicht das beste bei den Schülern. Die jungen Leute hätten wenig Kenntnis über die verschiedenen Berufsbilder, sagte er gestern bei einer Veranstaltung im Eisenhüttenstädter Rathaus, bei der die Kammern die Werbetrommel für den Aktionstag im Mai rührten. Ecker: "Wir sind darauf angewiesen, dass uns die Schulen und Kommunen unterstützen." Der Weg soll auch über die Eltern führen, die - so die Hoffnung - ihren Nachwuchs motivieren können.
Dass Orientierungslosigkeit der Jugend auch an Perspektivlosigkeit liegt, glaubt Jürgen Peschel, der bei ArcelorMittal für die Ausbildung zuständig ist. Sein Unternehmen hatte vor zwei Jahren mehrere Hundert Besucher, ist auch in diesem Jahr wieder mit von der Partie und wird sich erneut auf das Thema Ausbildung konzentrieren. ArcelorMittal will trotz der Krise am Ausbildungsumfang der vergangenen Jahre festhalten. Im September starten 50 neue Lehrlinge. Man biete jungen Leuten eine "tolle Chance", in der Region bleiben zu können, wirbt Peschel. Dass es allerdings immer schwieriger wird, ausreichend Schulabgänger für die Ausbildungsplätze zu finden, darauf verweist Eberhard Kirsch, Geschäftsführer der ebenfalls wieder teilnehmenden Stahlbaufirma Heckmann. Die setzt deshalb nicht nur auf den Tag des offenen Unternehmens, sondern bereist übers Jahr von der Grundschule bis zum Oberstufenzentrum alle Schulen - um Kinder und Jugendliche so früh wie möglich an einer Ausbildung zu interessieren. Kirsch: "Werbung erst in der 10. Klasse kommt viel zu spät, da sind Gespräche zur Einstellung längst gelaufen." Schon bei den Acht- bis Zehnjährigen vorzufühlen, wenn es darum geht Interesse zu wecken, hält auch Wolfgang Beitsch von der Firma Unitechnik für angebracht. Und er hat einen Mangel bei den Älteren ausgemacht. Es gebe immer noch Bewerber, die Elektriker werden wollen, aber keine Ahnung hätten, was sich hinter dem Beruf verbirgt, so seine Erfahrung. "Da wird doch etwas in der Vorbereitung falsch gemacht."
Der Tag des offenen Unternehmens soll da Abhilfe schaffen. Darauf setzt auch Bürgermeister Rainer Werner. Schließlich sei es wichtiges Ziel der Stadt, das Fachkräftepotenzial am Standort zu sichern. "Wir müssen noch mehr Firmen begeistern, sich gerade in der Krise zu öffnen."
Bisher haben sich aus der Region die Unternehmen Heckmann, IPS, Unitechnik ArcelorMittal (alle Eisenhüttenstadt), Kunze Media und Brandenburg Komplett Bau (Neuzelle) sowie die Klosterbrauerei Neuzelle angemeldet; Infos unter www.offene-unternehmen.de

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