ArrayDie Hoffnungstaler Anstalten engagieren sich seit ihren Anfängen für die Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten für benachteiligte Menschen, ganz besonders auch im landwirtschaftlichen Bereich. Neuland betreten die Hoffnungstaler Werkstätten allerdings mit der Weiterverarbeitung von Bio-Milch zu Joghurt, Weichkäse und traditionellen Milchprodukten und werden damit auch unabhängiger von einem schwankenden Milchpreis.
"Eine gute Idee wird hier umgesetzt", hob Landrat Bodo Ihrke (SPD) hervor. Vor allem auch, weil gezeigt werde, wie Menschen mit ihrem Handicap umgehen und ein selbstbestimmtes Leben verwirklichen können. Dass dabei zugleich "in Zeiten der Krise regionale Wirtschaftskreisläufe entwickelt werden, stärkt die Region", so Ihrke. Brandenburgs Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) erkannte denn auch an: Für Lobetal bedeutet dies eine "neue Dimension". Sein Wunsch ist es, einmal einen Käse in Form eines Lobetaler Talers probieren zu können.
Ein entsprechendes Wort für "Bio" habe er in der Bibel nicht gefunden, sagte Pastor Johannes Feldmann, Leiter der Hoffnungstaler Anstalten. Zwar gebe es die Verheißung auf das Land, wo "Milch und Honig" fließen, doch ganz passe diese Parallele nicht. Um die Glückwünsche der Bodelschwingschen Anstalten Bethel in Bielefeld zu überbringen, war auch deren Leiter Pastor Ulrich Pohl gekommen. Er hob die "guten Arbeitsplätze" hervor, und dass auch in 20 Jahren noch Milch und Käse aus Lobetal verzehrt werde.
Für ihn sei es bereits die dritte Grundsteinlegung, die die Lobetaler Einrichtung in Biesenthal begehe, sagte der Biesenthal-Barnimer Amtsdirektor Hans-Ulrich Kühne nicht ohne Stolz, die wichtige Einrichtung in der eigenen Region zu haben. Die Errichtung der Werkstätten und des Pflanzencenters sind die Vorgänger zur Molkerei.
Entworfen wurde letztere von den Bernauer Architekten Nikolaus Kaltenbach und Urs Ganter, die sich im In-, aber auch im Ausland mit der Planung von behindertengerechten Einrichtungen und Werkstätten hervorgetan haben.
Investition: 2,5 Millionen, 78 Prozent eigenfinanziert, 22 Prozent Landeszuschuss
Arbeitsplätze: für 24 Menschen mit Behinderungen und fünf Facharbeiter (bei voller Produktion)
Milchverarbeitung: 1,5 Millionen Kilogramm Rohmilch im Jahr aus eigener Produktion.
Verkauf: Berliner Markt, Kantinen, Schulen, Verkauf ab Molkerei

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