Seelow/Müncheberg ArrayLandrat Gernot Schmidt hatte es auf dem Bauerntag in Kruge angekündigt: In Märkisch-Oderland wird ein Verfahren zur Mediation, also Vermittlung im Streit zwischen Befürwortern und Gegnern des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen eingeleitet. Zum ersten Treffen am 13. März hat der Landrat Genmaisanbauer ebenso eingeladen wie Gegner des Gentech-Anbaus, Vertreter des Bauernverbandes oder der unteren Naturschutzbehörde. Die Leitung des Verfahrens hat Prof. Klaus Müller, der Leiter des Instituts für Sozioökonomie des ZALF in Müncheberg, übernommen.
"Das Verfahren ist Teil eines vom Bundeslandwirtschaftsministerium finanzierten Forschungsprojektes, in dessen Rahmen wir klären wollen, ob eine friedliche Koexistenz von konventionellem Anbau und dem gentechnisch veränderter Pflanzen überhaupt möglich ist", erklärte Prof. Müller auf Nachfrage. Der ZALF-Vertreter verweist ausdrücklich darauf, dass es sich um ein nichtöffentliches Verfahren handelt. "So ein Verfahren lebt von der Vertraulichkeit, damit es überhaupt eine Chance hat", weiß Müller. Schließlich gehe es darum, Brücken zu bauen und nicht um weitere "Positionskämpfe in der Öffentlichkeit", die die Gräben nur vertiefen würden.
Das Verfahren ist nicht ohne Grund in Märkisch-Oderland angesiedelt worden. Der Landkreis ist der mit dem größten Genmaisanbau in Deutschland. Oder war es zumindest. Denn in diesem Jahr könnte sich die Anbaufläche verringern. Das lassen die Anmeldungen im Standortregister vermuten: Ende Januar waren 839 Hektar Bt-Mais angemeldet. Im Mai vorigen Jahres waren es 1084 ha. Angebaut wurden dann jedoch nur 645 ha. "Erfahrungsgemäß wird etwa ein Drittel mehr Fläche angemeldet, als angebaut wird", weiß Landwirtschaftsamtsleiter Jan Paepke.
Die angemeldete Fläche mache etwa ein Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Kreis aus, die sieben anbauenden Betriebe seien unter den rund 600 Landwirtschaftsunternehmen in Märkisch-Oderland absolut in der Minderheit, macht Paepke deutlich.

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