Donnerstag, 2. September 2010

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"Es geht uns darum, Transparenz herzustellen"

ArrayDer Austritt von Panketal aus dem Wasser- und Abwasserverbandes "Panke/Finow" (WAV) und die Gebührenerhöhung für Trinkwasser und Abwasser sorgen immer noch für Unverständnis. Um mehr über die Hintergründe zu erfahren, sprach Brigitte Horn mit Hans-Ulrich Kühne, Verbandsvorsteher des WAV.

  Hõlt von einem Wechsel des Geschõftsbesorgers nichts: Verbandsvorsteher Hans-Ulrich K³hneFoto: Ernst-G³nter Ehlert ©

Märkische Oderzeitung: Herr Kühne, der WAV galt, vom aktuellen Geschehen abgesehen, als stabiler Verband. Worin zeigte sich das?

Hans-Ulrich Kühne: Das ist richtig. Die Nettopreise für Trinkwasser sind seit 1994 stetig gesunken. In Euro umgerechnet von 1,51 Euro zur Verbandsgründung über 1,43 im Jahr 2000 und 1,35 Euro ab 2002. Bei der Abwasserversorgung fing es mit 2,30 Euro an, stieg 1999 auf 2,91 Euro, fiel 2003 auf 2,51 und stieg im vergangenen Jahr auf 2,63 Euro.

J etzt gibt es mit dem Trinkwasserpreis von 1,74 Euro und dem Abwasserpreis von 3,01 Euro einen ruckhaften Anstieg. Wie ist der zu erklären?

Der Austritt von Panketal hat natürlich Folgen. Es fehlen 530 000 Euro aus der Grundgebühr und etwa 810 000 Euro aus der Wasserabnahme. Dazu gibt es eine Reduzierung aus einem leicht gesenkten Geschäftsbesorgerentgelt. Alles zusammen belastet die Gebühren mit 17 Cent pro Kubikmeter. Hinzu kommt eine Kostenunterdeckung, die auf der Zweijahreskalkulation der Gebühren beruht. Das macht vier Cent aus. Hinzu kommen die Aufwendungen zur Veranlagung der Altanschließer mit zehn Cent.

Wie sieht es bei den Abwassergebühren aus?

Hier schlägt mit 31 Cent pro Kubikmeter zu Buche, dass laut Gerichtsentscheid Panketal nicht mehr an den überörtlichen Kosten beteiligt werden darf, fünf Cent gehen auf die Altanschließer und sechs Cent resultieren aus der Mehrwertsteuererhöhung von 2007, die bei der Kalkulation für die Jahre 2007/2008 noch nicht bekannt war.

Viele sagen jetzt aber, dass die Stadtwerke als Geschäftsbesorger im Hinblick auf den Wegfall von einem Drittel der Kunden ein zu hohes Entgelt verlangen?

Eine Minderung des Entgeltes im Verhältnis zur entfallenen Kundenzahl in Panketal ist nicht zu erwarten, da ein Großteil der Aufgaben durch den Rückgang nur wenig reduziert wurde. Das sind unter anderem die Vorhaltung des Abrechnungssystems, das Aufstellen von Jahresabschlüssen, der Stördienst und die technische Betriebsführung.

Wie kann der Aufwand der Stadtwerke kontrolliert werden?

Es geht uns darum, Transparenz herzustellen. Wir wollen deutlich machen, wie sich das Geschäftsbesorgerentgelt entwickelt.

Es soll Sorge getragen werden, dass die Gebührenerhöhung in der Form einmalig bleibt. Gleichzeitig muss geprüft werden, wie die Kosten zu mindern und damit die Gebühren wieder zu senken sind.

Wäre der Wechsel des Geschäftsbesorgers eine Option?

Nur dann, wenn er schlechte Leistungen erbringt oder zu teuer wäre. Das kann man aber nicht erkennen. Vielmehr ist die gute Entwicklung bis zum Austritt Panketals insbesondere der Arbeit des Geschäftsbesorgers zu danken. Die Leistungen des Geschäftsbesorgers müssen natürlich immer wieder hinterfragt werden. Nicht zuletzt muss die Arbeit des ehrenamtlich geführten Verbandes effektiver und das Verbandshandeln schlagkräftiger werden.

Bernau hat die absolute Stimmenmehrheit. Welche Möglichkeit sehen Sie, das Stimmenverhältnis zugunsten der kleinen Orte wie Biesenthal oder Rüdnitz zu verändern?

Bernau hat jetzt 80 Prozent der Stimmen, hat sich aber bisher nicht gegen die kleinen Gemeinden positioniert. Es ist eine solidarische Haltung erkennbar, wie zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Bau der Kläranlage in Biesenthal.

Vielleicht sollte dies auch in der Satzung sichtbar werden. Wir sollten Regelungen finden, die Einigung erzwingen. Da erwarte ich auch Signale aus dem Bernauer Hauptausschuss.

Ist im Hinblick auf die Kündigung des Einleitvertrages für das Klärwerk Schönerlinde ein gemeinsames Klärwerk von Bernau und Panketal denkbar?

Ja, wenn es wirtschaftlich ist und die Dissonanzen zwischen Bernau und Panketal ausgeräumt sind.



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