Donnerstag, 2. September 2010

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Medent schafft 130 neue Arbeitsplätze

Eisenhüttenstadt Array

  Dienstleister f³r Krankenkassen: Veronika Albinus (l.), Nadin Wiedermann, Janin Rudolph (r.) und Franziska Schuchardt (hinten, v. l.) zõhlen zu den derzeit 300 Mitarbeitern von Medent in Eisenh³ttenstadt. ©

Die Medent-Unternehmensgruppe aus München baut ihren Standort Eisenhüttenstadt aus. Sie will in den nächsten zwei bis drei Jahren weitere 130 Arbeitsplätze in der Stahlstadt schaffen. Das Unternehmen, das Serviceleistungen für gesetzliche Krankenkassen übernimmt und in Eisenhüttenstadt bereits mehr als 300 Mitarbeiter beschäftigt, hat von der Stadt das seit Jahren leer stehende Gebäude der ehemaligen Gagarin-Schule am Pionierweg gekauft. In die Immobilie, die noch saniert wird, will das Unternehmen nach eigenen Angaben in drei Monaten einziehen.

Bereits jetzt ist Eisenhüttenstadt, was die Zahl der Mitarbeiter angeht, die größte Filiale von Medent. Während der Hauptsitz München 120 und die Zweigstelle in Viechtach (Bayerischer Wald) 80 Mitarbeiter zählen, sind es bereits mehr als 300 in der Stahlstadt. Hier ist der Dienstleister, der als Branchenführer gilt, seit elf Jahren aktiv. 1998 hatte Medent 55 Mitarbeiter der AOK-Außenstelle und die Rechnungsprüfung für diese Krankenkasse übernommen. Im Laufe der Jahre kamen weitere Krankenkassen dazu, stiegen die Zahl der Mitarbeiter und auch der Platzbedarf. Vom ersten Domizil am Stadthafenweg zog die Zweigstelle 2005 in den EKO Industriepark. Da hatte Medent die Techniker Krankenkasse (TKK) als Kunden gewonnen und auf einen Schlag 140 weitere Mitarbeiter eingestellt. Nun soll es den nächsten Sprung geben. Wie Susann Liebscher, Abteilungsleiterin Marketing und Vertrieb bei Medent, gestern auf MOZ-Anfrage sagte, plane ihr Unternehmen " in den nächsten zwei bis drei Jahren" 130 neue Arbeitsplätze in Eisenhüttenstadt zu schaffen. Die ersten Neueinstellungen soll es noch in diesem Jahr geben.

Sein Platzproblem hat Medent offenbar gelöst. Das Unternehmen hat von der Stadt das Ex-Schulgebäude am Pionierweg gekauft - für einen Euro. Das Haus soll saniert werden, derzeit werde ein Antrag auf Landesförderung gestellt, sagte Susann Liebscher. Ziel sei es, am Pionierweg zum 1. Juli einzuziehen, "das ist ein sehr enger Fahrplan".

In das Gebäude sollen die Mitarbeiter einziehen, die für die AOK Brandenburg Belege und Rechnungen prüfen und dafür künftig eine Software dieser Krankenkasse nutzen. Die Kollegen, die sich weiter mit Medent-Software um die Dienstleistungen für die Betriebskrankenkassen kümmern, bleiben im Industriepark. An diesem Standort - Medent hat den Siebengeschosser in der Nähe des Warmwalzwerkes von ArcelorMittal gemietet - wolle man langfristig festhalten, versichert die Marketing-Chefin. Eisenhüttenstadt kann offenbar auf lange Sicht mit Medent rechnen. Zumindest hat sich das Unternehmen mit dem Erwerb des ehemaligen Schulgebäudes im V. Wohnkomplex an den Standort gebunden. "Es ist eine große Zusicherung, die wir mit dem Kauf geben", sagt Susann Liebscher. Die neuerliche Entscheidung für Eisenhüttenstadt sei gefallen, weil hier die Infrastruktur, insbesondere die Telekommunikation, entsprechend ausgebaut sei und es ein Potenzial an qualifizierten Arbeitskräften gebe. Geplant ist Medent zufolge auch der Ausbau der Tochterfirma Meditsystems, die bereits mit 20 Mitarbeitern in Eisenhüttenstadt ansässig ist. Wie viele neue Arbeitsplätze dort entstehen werden, ist noch nicht klar.

Im Rathaus ist man froh über die Erweiterung des Medent-Firmensitzes. Gerade im Dienstleistungsbereich brauche Eisenhüttenstadt die Arbeitsplätze, sagt Bürgermeister Rainer Werner. Dass in den Schulbau, für dessen Abriss die Kommune hätte aufkommen müssen, investiert werde, würde den Wohnkomplex zudem aufwerten. Dass die Investition tatsächlich vorgenommen wird - das ist Bedingung des Ein-Euro-Verkaufs -, daran hat Werner keinen Zweifel.



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