Hoppegarten ArrayIm März 2008 wurde die Galopprennbahn in Dahlwitz-Hoppegarten (Märkisch-Oderland) privatisiert. Am Freitag zog der neue Besitzer Gerhard Schöningh in Berlin erstmalig Bilanz und verkündete seine Pläne für die kommende Saison.
Spannung pur: Sch÷ningh und sein Team wollen k³nftig f³r volle Rõnge auf der Galopprennbahn sorgen. Foto: MOZ/Gerd Markert
"Hoppegarten ist die beste und schönste Anlage Deutschlands, noch besser als Baden Baden." Gerhard Schöningh wurde auch am Freitag nicht müde, von den Vorzügen Deutschlands größter Galopprennbahn zu schwärmen. Im Berliner Hotel de Rome informierte der 48-jährige Unternehmer die Öffentlichkeit über seine Zukunftspläne.
Es gab zwei Gründe, die ihn veranlasst hatten, dafür das Haus in Berlin-Mitte auszuwählen. Einmal wurde der ehemalige Hoppegarten-Besitzer, der Union Verein, vor 144 Jahren in einem gleichnamigen Hotel um die Ecke gegründet. "Und zweitens findet die Rennbahn vor den Toren Berlins im Bewusstsein der Hauptstädter nicht so richtig statt", bedauerte Schöningh. "Wenn ich hier Taxi fahre, werde ich manchmal gefragt, wann denn die ,Trabrennbahn e_SSLq wieder aufmacht", berichtete der Unternehmer, der in London lebt, aber mittlerweile 40 Prozent seiner Zeit in Berlin und Brandenburg verbringt.
Doch Hoppegarten war nie geschlossen. Auch nicht während der Bauarbeiten, die im vergangenen Jahr unter der neuen Ägide stattfanden. Rund 800 000 Euro hat Schöningh 2008 vor allem in die Verbesserung der Zuschauerbereiche investiert. So wurden zwischen zwei Renntagen 300 VIP-Plätze in der neuen Hoppegarten-Lounge und auf der umgebauten Klub-Tribüne eingerichtet. Die sind besonders wichtig für Firmen, auf die die Rennbahn angewiesen ist. Noch hat die Bahn keinen Hauptsponsor. Der muss von Renntag zu Renntag neu gewonnen werden.
Um auch neue Trainer und Pferdebesitzer nach Hoppegarten zu locken, wurde die 2750 Meter lange Bollensdorfer Trainerbahn auf Vordermann gebracht. Die 26 000 Tonnen Sand waren seit Jahren nicht mehr ausgetauscht worden. Zudem sei viel Wildwuchs beseitigt worden, damit die Trainer wieder freie Sicht auf ihre Pferde haben. Schöningh verteidigte die umfangreichen Rodungen auf dem Areal. "Selbst die Sichtachse von den Tribünen auf die mit 1400 Metern längste Sprintgerade Deutschlands musste erst einmal freigeschnitten werden", berichtete der Fondsberater.
Inzwischen wurde auch die Hauptwasserleitung zu den sanitären Anlagen erneuert. Gerade weibliche Besucher hatten in den vergangenen Jahren unter den altbekannten Missständen zu leiden. Von 20 Toiletten-Kabinen war wegen des fehlenden Wasserdrucks meist schon vor den ersten Rennen über die Hälfte gesperrt.
Von den Veränderungen können sich die Besucher am Ostersonntag selbst ein Eindruck machen. Dann startet Hoppegarten in die Saison. Für 2009 sind laut Schöningh noch einmal 900 000 Euro für die Renovierung der Trainerbahn, der Rennbahn und der Haupttribüne veranschlagt. In diesen Schritten soll es künftig auch weitergehen. "Mein Ziel ist es, Hoppegarten wieder zur Zentrale des Deutschen Rennsports zu machen, so wie vor 1945, als auf der Anlage 800 Pferde trainiert wurden." Doch der smarte Sportfan, der in Krefeld neben der Rennbahn aufgewachsen ist und selbst acht Pferde besitzt, ist nicht nur Visionär, sondern auch Realist. "Mir ist klar, dass das nicht von heute auf morgen geht. Es ist wahrscheinlich eher eine Lebensaufgabe.
Rund 50 000 Besucher zählte Hoppegarten im vergangenen Jahr an den acht Renntagen. "Ich wäre enttäuscht, wenn wir die Zahlen in diesem Jahr nicht um 15 Prozent steigern könnten." Dabei setzen der Rennbahneigentümer und seine Mitstreiter nicht nur auf Pferdesportfans und Zocker, sondern auch auf Familien. Diese sollen sich künftig für elf Euro einen schönen Tag auf der Rennbahn machen können. Hoppegarten solle, wie einst zu seinen Glanzzeiten, Menschen aus allen Schichten anziehen, hieß es. Gerhard Schöningh zitiert in diesem Zusammenhang gerne Winston Churchill: "Auf und unter dem Rasen sind alle Menschen gleich."

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