Potsdam ArrayDie Schutzgemeinschaft Brandenburger Alleen wirft der Landesregierung Rechtsbruch im Alleenschutz vor. Trotz entgegenstehender gesetzlicher Regelungen würden Infrastrukturministerium und Umweltministerium einen Erlass planen, der zum Verschwinden eines Drittels der Alleen an Bundes- und Landesstraßen führe, sagte Sprecher Wolfgang Mädlow am Freitag in Potsdam. Der Entwurf für den Erlass sehe vor, dass in den nächsten 20 Jahren viel weniger Alleenbäume nachgepflanzt als gefällt würden.
Alleensch³tzer bef³rchten, dass ein Drittel der Bõume am Stra▀enrand in den nõchsten Jahren verschwinden. Es werde mehr abgeholzt als nachgepflanzt. Foto: MOZ
Mädlow erläuterte weiter, dass laut Entwurf die Zahl der Alleenbäume bis 2020 von derzeit knapp 350 000 um ein Drittel verringert werden wird. Danach solle durch Nachpflanzungen bis 2060 wieder der Bestand von heute erreicht werden. Den Ministerien gehe es nur darum, in den kommenden Jahren Nachpflanzungen einzusparen und alle Verpflichtungen in die ferne Zukunft zu schieben, kritisierte der Sprecher. Dies sei ein "eindeutiger Verstoß gegen das Naturschutzgesetz".
Nach Angaben der Schutzgemeinschaft werden zurzeit aufgrund der ungünstigen Altersstruktur der Alleen weit mehr als 5000 Bäume pro Jahr gefällt. Damit sei eine erhebliche Verringerung des Bestandes programmiert. Mädlow betonte, dass in Brandenburg jedoch gesetzlich vorgeschrieben sei, dass die Nachpflanzung "rechtzeitig und in ausreichendem Umfang" stattfinden müsse. Das werde jedoch nicht eingehalten. Dadurch sei bereits in den vergangenen Jahren ein erhebliches Defizit in der Alleenbilanz entstanden.

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