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Das Kandidatenrennen beginnt

Bernau ArrayAm 23. April wird Bernaus Bürgermeister Hubert Handke (CDU) dem Hauptausschuss eine Informationsvorlage auf den Tisch legen, die es in sich hat. Seine Amtszeit endet am 1. Februar 2010 - Bernau muss also ein neues Stadtoberhaupt wählen.

"Die Entscheidung über den Termin muss der politische Raum treffen." Auf keinen Fall will Hubert Handke in den Verdacht geraten, er wolle in irgendeiner Weise Einfluss auf die kommende Bürgermeisterwahl nehmen. Auch erklärt hat sich das Stadtoberhaupt noch nicht, ob er zu einer weiteren achtjährigen Amtszeit bereit ist. Er scheint abzuwarten, wie der Machtkampf in der Bernauer CDU ausgeht. Auf der einen Seite die Alteingesessenen um Stadtverbandschef Frank Goral und den ehemaligen Barnimer Kreisvorsitzenden Uwe Bartsch - auf der anderen Seite die Zugezogenen - da kann Handke schnell zwischen die Fronten geraten. Gar nicht sicher ist er sich deshalb, ob ihn seine Partei noch einmal als Bürgermeisterkandidat nominiert. Dass er durchaus weitere acht Jahre das Rathaus führen möchte, lässt er dennoch durchblicken.

Lutz Kupitz hat seinen Auftritt als offizieller Kandidat der Linken für das Bürgermeisteramt beim Vereinsempfang am Dienstag absolviert. Der Schönower ist bislang der einzige, von dem die Bernauer definitiv wissen, dass er sich zur Wahl stellen wird. Dabei rechnen sich die Linken gute Chancen aus, obwohl Kupitz noch wenig bekannt in der Stadt ist. Immerhin haben die Linken treue Wähler. Zur letzten Bürgermeisterwahl traten sie mit einem weitgehend unbekannten Import aus Berlin an. Dank der standhaften Genossen schaffte der es trotzdem auf Anhieb in die Stichwahl.

Frustriert darüber waren vor allem die Sozialdemokraten, die den Bernauer Michael Hellmund ins Rennen geschickt hatten und mit weniger als 20 Prozent der Stimmen schon nach dem ersten Wahlgang rausflogen. Die Enttäuschung darüber ist auch acht Jahre später nicht verflogen. "Wir werden wahrscheinlich keinen eigenen Kandidaten aufstellen", sagt Stadtverordneter Jürgen Althaus, nachdem der Bernauer SPD-Ortsvereinschef Oliver Niedermeyer kürzlich das Handtuch schmiss - und damit der mögliche SPD-Bewerber fürs Rathaus abhanden kam. Gerüchte, dass Noch-Bundestagsabgeordnete Petra Bierwirth in Bernau kandidieren könnte, hält Althaus für "absurd". "In Bernau hat sie bei vielen Genossen keinen guten Stand", sagt der bisher amtierende Ortsvereins­chef.

Unterdessen wirbt ein ganz anderer um die Gunst der SPD: Bernaus Finanzdezernent Ralf-Peter Hennig. Er erwägt, in den Kampf ums Rathaus als unabhängiger Kandidat einzusteigen - und klopft schon mal seine Chancen ab. Allerdings sind bereits zwei Gesprächstermine mit der SPD verschoben worden.

"Ein Zeichen setzen" wollen die Unabhängigen in Bernau. Deshalb sind sie fest entschlossen, mit einem eigenen Kandidaten zur Bürgermeisterwahl anzutreten. Wer es sein soll, ist noch nicht entschieden. "Aber sicher kommt dafür nur ein Stadtverordneter infrage", heißt es bei ihnen. Zahnarzt Dirk Weßlau kann definitiv ausgeschlossen werden. Bleiben also nur noch Peter Vida oder Thomas Strese.

"Wir sind angetreten, die Bürger zu vertreten, nicht ein Rathaus zu führen." Klaus Geißler, der Chef der Freien Fraktion, lässt keinen Zweifel daran, dass die Bürgerbewegten auf einen eigenen Bürgermeisterkandidaten verzichten werden. "Und ich dachte, ich kann bei Ihnen anklopfen, wenn mich meine Partei nicht will", sagte Hubert Handke am Dienstag zu Geißler. "Wenn sie als parteiunabhängiger Kandidat kommen, dann können wir darüber reden", konterte der.



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