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In Slubice macht sich Widerstand gegen den geplanten Abriss des Kino Piast breit. Bei einer Podiumsdiskussion, zu der das Institut für angewandte Geschichte der Viadrina, das Collegium Polonicum und das Slubicer Kulturhaus eingeladen hatten, wurden Möglichkeiten der Rettung des Hauses erörtert.
1924 als Filmpalast Friedrichstraße gebaut und nach dem Krieg als Kino Piast genutzt, vereint das Gebäude Erinnerungen von Slubicern und Frankfurtern gleichermaßen. 1930 erfolgte die erste Schließung wegen der Weltwirtschaftskrise. Aus dem Kino wurde eine Gaststätte, die sich allerdings nicht lange hielt. Bei seiner Wiedereröffnung als Tonfilmkino, wurde das Kino bis zum Ende der Kriegszeit 1945 genutzt. Nach dem Zusammenbruch Deutschlands lag der Filmpalast nun im Ausland. Er wurde 1948 das dritte Mal neu eröffnet und in Kino Piast umbenannt. Am 25. Februar 2005 kam das dritte Aus. Das Kino "schloss seinen Betrieb. Seitdem blieb das Gebäude ungenutzt.
Lässt sich das Piast als gemeinsames Kulturerbe der Zwillingsstädte erhalten? Diese und weitere Fragen schwirrten in der Podiumsdiskussion, die im Collegium Polonicum stattfand, umher. Außerdem: Ist Rettung möglich? Und wenn ja, was soll gerettet werden, wozu und wie? Auf diese Fragen antwortete Sylwia Groblica, die im Wojewodschaftsamt von Gorzów für Denkmalschutz zuständig ist. Sie hat gemeinsam mit den fünf Pächtern des Kinos entschieden, dass ein Teil des Kinosaals abgerissen werden soll. "Aus hygienischen Gründen", wie sie betont. "Das Innere des Gebäudes ist toxisch belastet." Die Gründe dafür liegen in den 70er Jahren. Nachdem das Innere Schimmel gefangen hat und mit einem fungiziden, krebserregenden Mittel namens Xylamit behandelt worden ist, steht der Kinosaal auf dem Abrissplan. Nur die Fassade soll erhalten bleiben. Aber auch das ist schwierig, denn es besteht die Gefahr, dass die angrenzenden Häuser einstürzen könnten.
Für Andreas Billert, der für den Studiengang Raumwirtschaft am Collegium Polonicum verantwortlich ist, steht fest, dass das Kino erhalten bleiben muss. Seiner Meinung nach spiegelt das Piast die Geschichte der Kinos generell wider, "außerdem wurde es von berühmten Malern und Bildhauern unserer Region gestaltet". Der bekannte Berliner Architekt August Rebiger entwarf den Plan zum Bau des Kinos, der Berliner Künstler Max Kujawa und der Frankfurter Bildhauer Georg Fürstenberg standen ihm zur Seite und gestalteten unter anderem die Decke des Saals. Nach Andreas Billert ist das Kino "eines von wenigen außergewöhnlichen Häusern, welches in Zeiten des Recyclings wieder aufgebaut und nicht zerstört werden sollte". Auf dem Abrissgelände, so hieß es, soll eine Dienstleistungsfirma entstehen.
Ziel der Initiatoren der Po- diumsdiskussion war es Interesse zu wecken, ein neues Gutachten zu erstellen und Unterschriften gegen den geplanten Abriss zu sammeln. Auf der Website www.instytut.net/de/projekte/kino-piast / kann man sich die Unterschriftslisten ausdrucken und verteilen und an das Institut für angewandte Geschichte zurück schicken. Die Unterschriften sowie ein Foto, das mit allen Teilnehmern vor dem Piast entstanden ist, wird an die Pächter, an den Landrat des Kreises Slubice und den Denkmalschutz geschickt, in der Hoffnung, dass der geplante Abriss doch noch gestoppt werden kann.

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