ArrayBeeskow Die Gäste der Beeskower Burg, die am Sonnabendabend der "Gartengrillsaison" getrotzt hatten, wie Hausherr Tilman Schladebach in seiner Begrüßung schmunzelnd anmerkte, waren in den Genuss eines außerordentlich brillanten und anspruchsvoll unterhaltenden Konzerts gekommen. Sorina Reichenbach und Alexej Ilenko starteten eine neue Veranstaltungsreihe, in der Lehrer der Musikschule des Landkreises einmal die ganze Reichweite ihrer Kunst präsentieren können. "Und es ist ein unglaubliches Potential an künstlerischen Fähigkeiten bei den mehr als einhundert Lehrkräften vorhanden", lobt Schladebach, der Direktor des seit 2007 bestehenden Bildungs-, Kultur- und Musikschulzentrums auf der Burg.
Die Stückauswahl für Klavier und Querflöte, die von Johann Sebastian Bach bis zu François Borne (1862-1929) verschiedene Stile abdeckte, bezeichnete Sorina Reichenbach lachend als "Kamikazeprogramm". Prononcierte Läufe im rasenden Tempo über die gesamte Tonskala waren keine Seltenheit.
Richtige Bravourstücke lieferten beide Musiker mit Mercadantes "Rondo Russo" und mit Bornes Phantasie aus Bizets "Carmen" ab, während Schuberts Variationen über das Lied "Trockene Blumen" den Interpreten Stimmungswechsel von verträumt bis energisch marschhaft abverlangte.
"Es ist ein ähnliches Programm wie zu meinem Examen vor zehn Jahren", verriet die Flötistin, die mit dem Gitarristen Thomas Holzhausen als "Duo Marcato" viel Auftrittspraxis hat. "Das mache ich manchmal, denn ich will mein künstlerisches Niveau halten."
Wenn Lehrer auftreten, müssen sie mit Schülern unter den Zuhörern rechnen. Der 14-jährige Hannes Schladebach lernt bei Alexej Ilenko und sah sich nun bewusst einmal in Umkehrung der Rollen als Kritiker. "Ich habe ihn selten so erregt erlebt, er hat sich viel Mühe gegeben", erkannte er lächelnd an. Angst, sich vor den Schülern einmal zu verspielen, hatten beide Musiker nicht. "Ich sage meinen Schülern immer, dass das nicht so schlimm ist", erklärt Sorina Reichenbach. "Der Hit ist, wenn man es so macht, dass es keiner merkt."
Sollte bei diesem schwierigen Programm wirklich mal ein Ton an die falsche Stelle geraten sein - aufgefallen ist das bestimmt niemandem. Schließlich mussten beide noch eine Zugabe spielen.

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