Donnerstag, 2. September 2010

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Jur verzichtet auf Mandat in der Gemeinde

Marienwerder Arrayund Sabine Rakitin

Das Tischtuch zwischen Danko Jur, langjähriger Bürgermeister von Marienwerder, und seinem Nachfolger im Amt, Mario Strebe, scheint endgültig zerschnitten. Nur sieben Monate nach der Kommunalwahl legte Jur (CDU) jetzt sein Mandat als Gemeindevertreter nieder.

Er hat lange mit sich gerungen. Einerseits vereinte Jur zur letzten Kommunalwahl so viele Stimmen auf sich wie kein anderer Gemeindevertreter. Andererseits wurmte es ihn mächtig, dass seine Widersacher aus den Ortsteilen Sophienstädt und Ruhlsdorf mit Mario Strebe nicht nur den Bürgermeister der Gesamt-Gemeinde stellen, sondern sich auch einig zeigen, wenn es in der Gemeindevertretung um Entscheidungen zur Ortsentwicklung in Marienwerder geht. Der Ausbau des Werbellinkanals, die Bebauung des ehemaligen Sägewerks - das alles sind Projekte, die Jur über Jahre mit Herzblut vorangetrieben hat. Nun, da er nur noch einer unter vielen in der Gemeindevertretung ist, muss er mit ansehen, wie sein Werk scheinbar zunichte gemacht wird.

Den Ausschlag für seine Entscheidung, das Mandat in der Gemeindevertretung niederzulegen, gab letztlich die Bildung des Untersuchungsausschusses, den Jur als Affront gegen sich empfindet. "Für mich ist damit die Grundlage der Zusammenarbeit entzogen", sagt er. "Das ist wie in einer Firma. Da muss man auch Vertrauen haben, um erfolgreich zu sein."

Allerdings könne von Vertrauen ohnehin schon seit langem keine Rede mehr sein, bemerkt Jur und nimmt dabei Bezug auf eine Anzeige, die Mario Strebe, damals Ortsbürgermeister von Sophienstädt, Harald Berndt, Gemeindevertreter und Ruhlsdorfs Ortsbürgermeister Reinhardt Kilian im Mai 2008 bei der für Korruption zuständigen Schwerpunktstaatsanwaltschaft in Neuruppin gegen ihn und Biesenthal-Barnims Amtsdirektor Hans-Ulrich Kühne erstattet hatten. Ihr Vorwurf, Jur und Kühne würden das Sägewerkgelände weit unter Wert veräußern und dies stehe im Zusammenhang mit Fördermitteln zum Ausbau des Werbellin-Kanals, erwies sich damals bereits bei den Vorermittlungen als haltlos.

Die "absolute Spitze" sei aber die Forderung gewesen, die Reinhardt Kilian gegenüber Kühne und Vize-Landrat Carsten Bockhardt gestellt habe, so Jur. Er soll seine Zustimmung zum Ausbau des Werbellinkanals davon abhängig gemacht haben, dass Jur von allen Ämtern zurücktritt.

"Das werde ich nicht tun", stellt der 38-Jährige klar. "Ich bleibe Ortsvorsteher von Marienwerder und CDU-Fraktionschef im Kreistag."



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