Melchow/Schönholz ArrayDemnächst wird den Bürgern von Schönholz ein Brief ins Haus flattern. Sie sollen sich entscheiden, ob sie eine Regenentwässerung im Ort haben wollen, die auch für die Speisung des gewünschten Dorfteichs genutzt werden kann. Außerdem steht die Frage, ob sie bereit sind, in die Tasche zu greifen und dafür Anliegerbeiträge zu bezahlen.
Schönholz ist das reine Idyll, wie der Name so sagt. Schönes Holz - oder schönes Gehölz. 100 Einwohner zählt der kleine Flecken, in dem abends kein Rauschen des fernen Verkehrs zu hören ist und sich Fuchs und Hase getrost "Gute Nacht" sagen können. Damit ihr Dörflein noch schöner wird, wünschen sich etliche einen Dorfteich. Den gab es mal. Jetzt ist er nur noch eine trockene Senke, in der sich allenfalls bei länger anhaltendem Regen mit einer Pfütze füllt.
"Die Anwohner möchten aber, dass es wieder wie früher wird, als ein Dorfteich Schönholz zierte", sagte Melchows Bürgermeister Wolfgang Lindt. Dazu gab es in der Einwohnerversammlung in dem Melchower Ortsteil im Februar bereits Pro und Kontra. Um zu einer fundierten Entscheidung zu kommen, will man jetzt eine Bürgerbefragung machen. In der jüngsten Gemeindevertretersitzung schlug Lindt vor, zu fragen, ob die Bürger überhaupt Baumaßnahmen wollen und ob sie sich mit Anwohnerbeiträgen an den Kosten für eine Regenentwässerung beteiligen würden. Endgültig sind die Fragen aber noch nicht fertig. Derzeit werden sie noch diskutiert, um sie aber bald den Bürger zukommen zu lassen, sagte Wolfgang Lindt. Die Auswertung der Bürgerbefragung soll bei der Gemeindevertretersitzung am 27. Mai erfolgen, kündigte der Bürgermeister an.
Den Teich auszubaggern und abzudichten, reicht allein nicht aus. Die Voruntersuchung, die die Gemeinde in Auftrag gegeben hat, habe klar gemacht, dass erheblich investiert werden muss, um den Teich überhaupt mit Wasser füllen zu können. Früher ist der Teich praktisch von selbst voll geworden. Da gab es in zwei Metern Tiefe schon Schichtenwasser. Darauf stößt man jetzt erst in vier Metern Tiefe. Also muss Regenwasser in den Teich geleitet werden und wenn es zu viel wird, auch wieder abgeleitet.
"Da müssen wir ganz sachte heran gehen, meinte Lindt. Gemeindevertreter Sven Leisten aus Schönholz plädierte dafür, den Anwohnern kein pauschales Ja oder Nein zu dem Vorhaben abzuverlangen, sondern jeweils einzeln zu Baumaßnahmen ihre Meinung zu erbitten.
Für eine endgültige Entscheidung dürfte auch noch ins Gewicht fallen, dass der Dorfteich als Löschwasserreservoir nicht gebraucht werde. Zu diesem Zweck hat der Melchower Ortsteil extra eine Zisterne.
Einige Schönholzer, wie zum Beispiel Marga Uhlig, sehen das aber anders und wollen eine baldige Lösung bei der Regenentwässerung. Bei Gewitter sei ja regelmäßig "Land unter", mahnte sie und setzte hinzu: "Irgendwann muss die Dorfstraße doch einmal gebaut werden." Dem hielt der Bürgermeister entgegen, dass dann auch Schönholzer auf die Barrikaden gehen könnten, wenn sie möglicherweise bis zu 10 000 Euro auf Grund der Straßenausbau-Beitragssatzung bezahlen müssten.
Ob nun aber mit oder ohne Dorfteich: Schönholz hat immerhin ein Restaurant, das schon mehrere Auszeichnungen einheimsen konnte. Der Ort liegt an der Wanderroute im 4-Wege-Konzept des Landkreises Barnim, die von Bernau bis nach Stolzenhagen an der Oder führt, dorthin, wo der Naturpark am reizvollsten ist.

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