Müncheberg ArrayVon Annett Zimmermann und Ines Rath
Das Biotechnologieunternehmen BASF Plant Science wird 2008 auf die geplanten Feldversuche mit gentechnisch veränderten Kartoffeln in Müncheberg verzichten. Darüber hat Firmensprecherin Britta Stellbrink informiert.
Der Landwirt, der die Flächen für die Versuche zur Verfügung gestellt hatte, habe aus wirtschaftlichen Gründen darum gebeten, diese auszusetzen, erklärte Stellbrink. Sie bedauerte, dass der Vertragspartner "offenbar unter Druck gesetzt" worden und in diesem Falle in Müncheberg "kein konstruktives Miteinander möglich" sei. Aufgrund der hohen Verluste der Kartoffelbauern durch die Kraut- und Knollenfäule, der weltweit schlimmsten Kartoffelkrankheit, im vergangenen Jahr hätte man zumindest den Versuch mit der besser gegen Pilzerkrankungen geschützten Sorte in Müncheberg gern realisiert, so die BASF-Sprecherin.
Die zweite gentechnisch veränderte Kartoffelsorte, Amflora, könne mehr Stärke bilden und bringe damit Vorteile für die Papier-, Textil- und Klebstoffindustrie, sagte sie. Ob und wie es mit den Feldversuchen in Müncheberg weitergehen soll, werde noch geprüft.
Für die Gegner der Genversuche, vor allem Öko-Bauern und -Gärtner sowie Imker aus dem Raum Müncheberg und darüber hinaus, ist der Rückzug der BASF-Tochter ein "Riesenerfolg", wie Susanne Petersen gestern am MOZ-Telefon betonte. Die Trebnitzerin baut in ihrem Öko-Betrieb "frisch und frei" selbst Kartoffeln an und vermarktet auch die Knollen anderer ökologisch wirtschaftender Anbauer aus dem Raum Müncheberg auf dem Berliner Markt mit.
Susanne Petersen ist "heilfroh, dass das Image unserer Region als Landschaft mit noch heiler Natur durch die Genversuche nicht noch weiter beschädigt wird". Dennoch sehen die Gentechnikgegner, vor allem Direktvermarkter, die ihre Existenz bedroht sehen, "die Kuh nicht vom Eis", wie die Trebnitzerin sagt.
Nicht nur, dass die BASF sich noch nicht endgültig aus Müncheberg verabschiedet hat. "Wir müssen auch mit Blick auf die Genmaisversuche in der Region weiter kämpfen", meint Susanne Petersen. Was den Landwirt betrifft, der seine Flächen für die Versuche zurück gezogen hat, so erklärte die Vertreterin der Gentechnikgegner: "Unsere Kartoffelbauern haben mit ihm gesprochen und ihm die Folgen der Genversuche für ihre Betriebe vor Augen geführt. Aber unter Druck gesetzt haben wir niemanden."

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