Donnerstag, 2. September 2010

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Erzbischof sichert ehemaligen Heimkindern Hilfe zu

Berlin ArrayDer Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, hat früheren Heimkindern Unterstützung bei der Aufklärung und persönlichen Aufarbeitung ihrer Geschichte zugesichert. Zugleich bedauerte er in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zutiefst, dass "offenbar auch in katholischen Heimen Kindern und Jugendlichen Unrecht und seelisches und körperliches Leid angetan wurde". Der "Runde Tisch Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren" trifft sich an diesem Montag in Berlin zum dritten Mal. Er war auf Beschluss des Bundestages eingesetzt worden, nachdem sich Betroffene an den Petitionsausschuss gewandt hatten.

  Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch ist auch Vorsitzender der Katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Foto: ddp ©

Wie viele damalige Heimkinder in katholischen Einrichtungen Misshandlungen ausgesetzt waren, lässt sich nach den Worten von Zollitsch noch nicht genau sagen. Bisherige Erkenntnisse eines Forschungsprojektes und auch die Zahl der bisherigen Beschwerden gegen katholische Einrichtungen der Kinder- und Jugendfürsorge deuteten darauf hin, dass sich die Zahl der problematischen Fälle im unteren dreistelligen Bereich befinde, schreibt er in der Zeitung.

Nach Schätzungen lebten in den fünfziger und sechziger Jahren annähernd 800 000 Kinder und Jugendliche in Heimen. Ein beträchtlicher Teil der Heime wurde von der evangelischen und der katholischen Kirche getragen. Der Verein ehemaliger Heimkinder fordert laut "Focus" von Staat und beiden Kirchen die Einrichtung eines Entschädigungsfonds von 25 Milliarden Euro. Der Schadenersatz-Experte Michael Witti, der den Verein juristisch berät, geht von 300 000 bis 500 000 Betroffenen aus, die wie Opfer in anderen Staaten für erlittenes Unrecht in Kinderheimen etwa 50 000 Euro erhalten sollten.

Zollitsch kündigt an, sich "in nächster Zeit mit Betroffenen zu einem persönlichen Gespräch zu treffen und mit ihnen über ihre Geschichte zu reden". Die katholische Kirche werde Betroffene unterstützen, wenn etwa die Notwendigkeit einer therapeutischen Behandlung bestehe. Die kirchlichen Einrichtungen wurden nach seinen Worten schon vor Jahren aufgerufen, den früheren Heimkindern in der Aufarbeitung ihrer Lebensgeschichte jede Hilfe zukommen zu lassen. Dazu gehöre insbesondere, dass ihnen ihre Akten zur Einsicht überlassen werden. Dieses Anliegen sei kürzlich in einem Schreiben an katholische Träger bekräftigt worden.



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