ArrayVon Renate Meliß
Danewitz Die Halme auf den weiten Getreidefeldern hinter dem Backofen wiegen sich im Wind. Es ist morgens um Sieben, und in den Feldstein-Backöfen an der Danewitzer Dorfstraße werden die ersten Feuer entzündet. Schließlich muss zum Backofenfest alles gut vorbereitet sein.
Schon am Vortag wurde fleißig Teig geknetet für Brote und Kuchen. Langsam steigt die Hitze im Backofen. "Drei Stunden dauert es, bis er die richtige Temperatur hat", erzählt Bernd Klockow. Die Temperatur liegt bei etwa 300 Grad. Schließlich zerfällt die Glut unter ständigem Rühren mit dem langen Feuerhaken. Und dann ist es soweit: Etwas Glut wird herausgenommen. Jetzt muss alles schnell gehen.
Die Frauen bringen Brotlaibe und Kuchenbleche heran. "Hier geht alles mit Gefühl, mit Mehlprobe und feuchtem Lappen." Klockow öffnet die Backofentür, streut Mehl hinein. Noch zu früh. Das Mehl verbrennt. Doch dann verschwindet Brot um Brot in den Tiefen des mächtigen Backraumes. Etwa 50 Brote fasst er auf einmal, zuletzt noch Kuchenbleche, die brauchen hier nur zehn, die Brote an die 45 Minuten. Ob sie gut durch sind wird später per Klopfprobe festgestellt. Kernig muss es klingen, sonst wandern sie noch mal rein.
"Eigentlich könnte man ja auch in den Laden gehen und sich ein Brot kaufen, da spart man sich die ganze Arbeit", meint eine Besucherin lächelnd. Klar, doch das hier ist eben was anderes. Brotbacken in Danewitz ist eine gewaltige logistische Arbeit, bei der alles noch wie früher ist und alle mit anpacken. Schließlich soll es schmecken.
Es schmeckt auch. Und wie. Das Brot ist noch warm. Da braucht es keine Wurst. Schmalz oder Kräuterbutter reichen. Hhm! Besucher kommen vorbei, kosten. Auf dem Festplatz spielt Musik. Es gibt ein buntes Programm zum zehnjährigen Jubiläum. Am Nachmittag schmecken Bienenstich, Pflaumen-, Butter- und Kirschkuchen, und die Feldsteinöfen kühlen langsam aus.

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