Frankfurt (Oder) ArrayDer für Raumordnung zuständige Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) will keine neuen Eignungsflächen für Windparks ausweisen. Ein Mehr an Windrädern sei der brandenburgischen Bevölkerung nicht zuzumuten, sagte er. Damit stellt Dellmann die aktuellen Entwürfe zum Energiekonzept des Landes in Frage. Darin wird noch von einer Verdopplung der durch Windenergie erzeugten Leistung auf 7000 Megawatt bis zum Jahre 2020 ausgegangen. Der Verband der Windenergieerzeuger hatte daraufhin Flächen für 1000 neue Windräder gefordert.
Weniger Windrõder: Minister Reinhold Dellmann will nicht mehr so viele Flõchen f³r die Windenergieanlagen ausweisen wie bisher geplant. Das sagte er bei seinem MOZ-Redaktionsbesuch; links Chefredakteuer Frank Mangelsdorf. Foto: Horn/GMD
"Wir sind an unsere Grenzen gestoßen", erklärte Dellmann am Donnerstag in Bezug auf die Aufstellung von Windrädern. Zur Zeit sind 370 Quadratkilometer in Brandenburg als Windeignungsflächen ausgewiesen. Für die angestrebte Verdopplung der Kapazität rechnet die Raumordnungsbehörde mit insgesamt 555 Quadratkilometern, bei einer Gesamtfläche des Landes von rund 30 000 Quadratkilometern. "Ich glaube nicht, dass wir das den Brandenburgern noch zumuten können", sagte Dellmann der Märkischen Oderzeitung. Er plädierte für eine offene Diskussion zum Thema Klima- und Energiepolitik.
Im Umweltministerium geht man dagegen von der Genehmigung weiterer Windparks aus. Dort hat das Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2020 auf 20 Prozent zu erhöhen, Priorität. Die Windenergie sei die ausgereifteste, auf sie sei besonders zu setzen, heißt es dort.
Der Landesverband WindEnergie fordert die Zulassung von 1000 neuen Windrädern in Brandenburg in den kommenden Jahren. Zur Zeit existieren rund 2500 Windanlagen im Land. Verbandschef Werner Diwald hatte gefordert, auch ausgewiesene Natur- und Vogelschutzgebiete für Windräder freizugeben.
Die umweltpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Martina Gregor-Ness verwies auf die sinkende Akzeptanz für Windräder. "In der Uckermark und im Havelland dürfte sie bei Null liegen", erklärt sie. In der Planungsregion Barnim-Uckermark soll zudem der Abstand von Windrädern zu Siedlungen ausgeweitet werden. Bei einer Erneuerung der jetzigen Anlagen - bei der die Genehmigungen neu erteilt werden müssen - könnten so bis zu einem Drittel der derzeitigen Windräder verschwinden. Gregor-Ness warnt, dass man so keinen Beitrag zur CO2-Verringerung leisten könne.

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