Donnerstag, 2. September 2010

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Johanna Wanka erklärt Brandenburg

Neuenhagen Array"Wir haben heute die beste mögliche Staatsform. Und wir haben nicht die schlechtesten Bedingungen für alle Menschen", so lautet einer der Kerngedanken, den Prof. Dr. Johanna Wanka (CDU), Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, beim traditionsreichen Gespräch über Deutschland am Dienstagabend äußerte.

Sie sagte, dass Deutschland heute ein großes Stück von den blühenden Landschaften habe, die der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl direkt nach der Wende versprochen hatte. "Denken wir nur an die Häuser und auch an Ihr Neuenhagen", sagte sie. "Was wäre daraus geworden, wäre die Mauer nicht gefallen. Ich jedenfalls will nicht zurück." Und obwohl sich die Parteien mitten im Wahlkampf befinden, Johanna Wanka gehört offensichtlich nicht zu den Politikern, die mit emotionalen Reden versuchen, die Menschen auf ihre Seite zu ziehen. Sie erklärt ruhig, sachverständig und charmant, um was es ihr in der Politik geht: Brandenburg und ganz speziell Potsdam als weltoffen herausstellen. Sie nennt Leuchttürme wie das Institut für Klimafolgenforschung am berühmten Telegrafenberg.

"Wir haben es geschafft, trotz großer Konkurrenz, das Institut in die Landeshauptstadt zu holen. Das heißt auch, dass namhafte Wissenschaftler hierher kommen, um zu arbeiten." Dabei erinnert sie an die Geschichte von Brandenburg, das immer ein weltoffenes Land und durch Zuzug aus der ganzen Welt gekennzeichnet war. Rund 350 Museen, etwa 150 öffentliche Bibliotheken, viele Gedenkstätten, 500 Schlösser und Herrenhäuser sowie mehr als 1500 Kirchen gibt es in Brandenburg, erklärt die gebürtige Sächsin (Rosenfeld), und dass sie das Land inzwischen sehr gut kennen würde. In diesem Zusammenhang erklärt sie eine weitere Eigenschaft von Brandenburg, das heute "bodenständig und zu einem toleranten und zukunftsfähigen Land geworden ist." Sie berichtet vom Bundesland, das als Erstes ein Liquiditätssicherungsprogramm initiiert hat, das die Förderung des Mittelstandes vorantreibt und zugleich sinkende Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen hat. Viele aktuelle Themen sprach sie an. Sie verteidigte sogenannte Bachelor- und Master-Studiengänge, die heute wieder Lust auf ein Studium machen, und unterstrich die positive Entwicklung als Folge der Pisa-Studie.

Im Zwiegespräch mit der Moderatorin Angelika Reichardt, Studioleiterin des RBB in Frankfurt (Oder), erwies sich Johanna Wanka als schnelle und schlagfertige Rednerin. Dazu kam, dass sie auch standfest ist, denn knapp zwei Stunden blieb sie stehen, um mit ihrem Publikum Sichtkontakt zu behalten.

Dabei gab es sehr persönliche Momente, in der die Zuhörer in der Schule des Internationalen Bundes erfuhren, dass sie ein Familienmensch sei, gern koche und vor allem gern zu Hause sei.

Beim nächsten Gespräch über Deutschland wird am kommenden Dienstag, 19 Uhr, Ravindra Gujjula, SPD-Landtagsabgeordneter, in der Arche Rede und Antwort stehen.



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