Donnerstag, 2. September 2010

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Erste Glocke seit 1432

Melchow ArraySeit dem Überfall der Hussiten im Jahre 1432 hat Melchow erstmals wieder eine Kirchenglocke. Unter großer Anteilnahme der Melchower ist sie am Freitag mit einem Umzug durch Melchow eingeführt worden. Nach der Ankunft des Zuges am Begegnungszentrum "Lindengarten" wurde die Ausstellung "Ein Dorf im Barnim - Geschichte in Bildern" eröffnet.

Mit einem Lanz Bulldog hat Wilhelm Hanning den Hänger mit der Glocke gezogen und damit den Umzug durch das Dorf angeführt. Nahezu 100 Menschen haben an dem Umzug teilgenommen, der zum Begegnungszentrum "Lindengarten" führte. Dort war von den Ortschronisten und vielen Helfern schon die Ausstellung vorbereitet, auf der viel Wissenswertes über die Geschichte des Ortes zu erfahren ist, etwa wie die alte Kirchenglocke von Melchow verschwunden ist.

Wenn die Historiker Recht haben, dann sind die Hussiten am 21. oder 22. April 1432 gekommen und Melchow wurde dem Erdboden gleichgemacht. Die damalige Kirchenglocke soll im Luch versunken sein. Das Dorf stand dort, wo jetzt der Friedhof ist, an der Straße von Biesenthal nach Schönholz. Später ist an anderer Stelle das Dorf als Vorwerk von Biesenthal neu errichtet worden. Ein Gutshaus wurde gebaut, das später Schule und in jüngster Vergangenheit Kita war.

Die Ausstellung wurde zum großen Teil aus Material der Familie Hennig gestaltet, erläutert Chronist Frank Waschkowski. Dass sich die Eröffnung der Ausstellung mit der Einführung der Glocke verbinde, sei auch ein biss- chen Zufall. Pfarrer Frank Städler hatte erfahren, dass in Eberswalde Nordend eine Glocke frei wurde. Sie stammt ursprünglich aus einem Geläut von Chorin und ist rund 500 Jahre alt.

"Nun haben wir eine ungewöhnliche Situation. Die Glocke ist älter als die Kirche. Die ist erst 80 Jahre alt. Und einen Glockenturm gibt es noch gar nicht", sagt Städler in seiner Ansprache nach der Ankunft der Glocke. Jetzt stehe die Aufgabe, einen Glockenturm zu bauen, damit die Glocke auch bald läuten kann. Das gebe auch ein Stück Heimatgefühl. Vielleicht bilde sich ja ein Verein, der sich den Bau des Glockenturms vornimmt.

Die Freude über die neue Errungenschaft steht vielen Melchowern ins Gesicht geschrieben. Beim Betrachten der Ausstellung, Musik sowie Kaffee und Kuchen ist ein deutliches Wir-Gefühl zu merken.



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