Für Volkhard Maaß Array"Durch die jährlich steigende Zahl von Festen in der Innenstadt fühlen sich immer mehr Bewohner belästigt und gestört", schreibt Karl-Heinz Busse an die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung. Er hatte in den zurückliegenden Tagen gemeinsam mit Manuela Wohlgemuth eine größere Unterschriftenaktion initiiert, um die Bedeutung seiner Worte zu unterstreichen. Offenbar mit erstem Erfolg. Auf Initiative der Freien Wählergemeinschaft beschäftigte sich bereits der städtische Hauptausschuss mit dem Thema. Bürgermeister Wolfgang Krakow (SPD) wurde beauftragt, einen möglichst freundlichen Brief an die Marktplatz-Anwohner zu schreiben. Er soll nach der Sommerpause vorliegen.
Die Marktplatz-Anwohner fordern seit Jahren von den Festveranstaltern mehr Rücksichtnahme. Dieter Warsow beschwerte sich beim Bürgermeister im September 2005 wegen "außergewöhnlich hoher Lautstärke" schriftlich. Auch der Schalldruck der Lautsprecher bereitete ihm Sorgen. Die laut hallenden Töne seien in hohem Maße für die Bausubstanz schädlich und für die Anwohner einfach eine Zumutung, schrieb Warsow. Er musste sich 2007 ein zweites Mal an den Bürgermeister wenden, ehe vor seinem Fachwerkhaus in der Brüderstraße zu den Blasmusiktagen keine Bühne mehr aufgebaut wurde. Ab 2008 war Ruhe vor seiner Haustür.
Karl-Heinz Busse schrieb im Mai 2005 an den Landkreis und beschwerte sich über "Lärmbelästigung durch Veranstaltungen im Bereich des Marktes". Als Antwort erhielt er von der Behörde: "Für den Schutz der Nachtruhe liegt die Zuständigkeit bei den örtlichen Ordnungsbehörden, in diesem Fall bei der Stadt Angermünde."
Doch an die Stadt hatte sich Karl-Heinz Busse bereits 2004 gewandt und erklärt: "Wer hier nicht wohnt, kann nicht nachvollziehen, wie das Wohlbefinden beeinträchtigt wird." Das Problem blieb.
Bürgermeister Krakow erklärte in diesem Jahr, es seien weniger als zehn Tage, an denen in der Altstadt Trubel herrsche. Das sei für jeden hinnehmbar. Die Festveranstalter werben indes jedes Jahr bei den Anwohnern um Verständnis. Die Durchführung der Feste bringe gerade für die Anwohner besondere Belastungen mit sich, wissen auch sie.
Nun schalten sich Stadtverordnete in die Debatte ein. Kurt Habermann fordert einen "sensibleren Umgang" mit den Betroffenen. Niemand habe ein Patentrezept für die Feste auf dem Marktplatz. Aber sie sollten mit "großer Sorgfalt" geplant und durchgeführt werden.
muss das Volleyball-Beachfest nicht auf dem Marktplatz ausgetragen werden, sondern kann im Strandbad Wolletzsee stattfinden. "Dort gibt es die geeigneten Plätze dafür", sagt er. Nach seinen Worten sollten die restlichen Feste besser auf die Innenstadt verteilt werden. Ein idealer Veranstaltungsort sei auch der Klosterplatz.
"Wir sollten die Marktplatzfeste auf zwei bis drei im Jahr reduzieren", merkt Olaf Theiß (SPD) an. Auch sollten alle Verantwortlichen darauf achten, dass den Anwohnern möglichst viel Nachtruhe gegönnt wird.

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