Donnerstag, 2. September 2010

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Schorfheide - Der Ruf der Wildnis

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  Stattlicher Anblick: Nicht nur dieser, Gõsten offenbar recht aufgeschlossen, gegen³ber stehenden Rotwildherde k÷nnen Naturfreunde im Wildpark Schorfheide (Barnim) einen Besuch abstatten. Foto: MOZ/Boris Kruse ©

Nirgendwo in Deutschland sind die Lebensbedingungen für heimische Wildtiere, die in anderen Regionen längst rar geworden sind, so gut wie in der Schorfheide: Die dünne Besiedelung und riesige zusammenhängende Waldflächen bieten geeigneten Lebensraum.

Inmitten des Biosphärenreservates Schorfheide ist auf rund 100 Hektar ein Wildpark beheimatet. Wisente, Elche, Fischotter, nicht zuletzt Wölfe und seit dieser Woche zwei Luchse haben dort ein behütetes, aber den natürlichen Lebensumständen entsprechendes Zuhause gefunden. Die Bewohner des Parks werden in naturnahen Großgehegen gehalten. Sie haben Auslaufflächen und sind mit Waldstücke, Wiesen und Tümpel ausgestattet. Das Ambiente nimmt den Besucher mit einer ganz eigenen Stimmung gefangen. Es lohnt sich, ein Fernglas mitzubringen, um diejenigen Bewohner studieren zu können, die besonders große Gehege haben. Das gilt etwa für Wisente oder die Przewalski-Wildpferde, eine seltene Rasse mit gedrungenem Körperbau. Auf jeden Fall sollte reichlich Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang durch die malerische Landschaft der Anlage eingeplant werden.

Besucher, die nicht gerne laufen, können für den sieben Kilometer langen Rundgang durch das Parkgelände eine Fahrt im Kremser buchen. Für besonders Interessierte werden themenbezogene Führungen angeboten. Größte Attraktion sind die beiden Wolfsgehege. Einst heimisch in Brandenburgs Wäldern und mittlerweile auch wieder in freier Wildbahn anzutreffen, üben die Wölfe eine Faszination auf Besucher aus. Seit Menschengedenken als gefährlich und unberechenbar eingeschätzt, war aus Brandenburg bereits ganz verschwunden.

Die Wildpark-Macher wissen die Wölfe gut in Szene zu setzen: Regelmäßig veranstalten sie Vollmond-Wolfsnächte. Im Mondschein ziehen die Besucher dabei mit Fackeln zu den Wölfen und wohnen dort einer nächtlichen Fütterung bei. Die Abende werden abgerundet von einem Buffet und einem Umtrunk in einer urigen Köhler-Hütte.

Neben heimischen Wildtieren leben auch vom Aussterben bedrohte Haustierarten im Wildpark. Mangalitza-Wollschweine, Pommersche Landschafe, seltene Rinderarten - in ihren Freigehegen können sie aus nächster Nähe beobachtet werden. Direkt angrenzend befinden sich ein Streichelzoo und ein Spielplatz.

Der Wildpark ist im Privatbesitz und wird allein von den Eintrittsgeldern sowie Spenden getragen. Die studierte Reiseverkehrsfrau Imke Heyter hat den Park gemeinsam mit ihrem Vater seit 1996 aufgebaut. Zu ihren Tieren hat sie ein inniges Verhältnis: "Die gehören praktisch alle zur Familie." Besonders stolz ist Heyter auf Europas größtes Luchsgehege, das erst am 13. August eingeweiht wurde.

Anfahrt über die A 11

Der Park ist über die A 11, Abfahrt Finowfurt, zu erreichen. Von dort der B 167 bis Zerpenschleuse folgen. Dort rechts abbiegen auf die B 109 bis Groß Schönebeck. Der Wildpark liegt 400 Meter hinter dem Ortsausgang auf der rechten Seite.

Täglich geöffnet

Das weitläufige Gelände ist jeden Tag von 9 bis 19 Uhr für Besucher geöffnet, Einlass bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet 4,50 Euro für Erwachsene, ermäßigt drei Euro.

Hausmannskost aus der "Kräuterküche"

Das Besucherhaus mit der "Kräuterküche" bietet täglich Hausmannskost, regionale Wildgerichte und vegetarische Speisen. Im "Dörfchen" gibt es rustikale Snacks vom Grill oder aus der Räucherei.

Abenteuerspielplatz für Kinder

Für Kinder gibt es neben dem Streichelzoo auch einen Abenteuerspielplatz zum Toben, Klettern und Rutschen. Außerdem liegt Mal- und Bastelmaterial bereit.



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