Donnerstag, 2. September 2010

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Zum 70. soll der erste neue Obus rollen

Eberswalde ArrayZum 70. Geburtstag des Obusses in Eberswalde, im November 2010, soll der erste neue Strippenbus durch die Stadt rollen. Dies ist der Wunsch von Frank Wruck, Geschäftsführer des Barnimer Busgesellschaft (BBG). Derzeit läuft die EU-weite Ausschreibung zum Kauf zwölf neuer Fahrzeuge.

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Nach dem Votum des Aufsichtsrates Ende Juni hat die BBG das Vorhaben Ersatz der Obus-Fahrzeugflotte zügig in Angriff genommen. Das Projekt wurde öffentlich bekannt gemacht. Einige Tage haben Hersteller bzw. Lieferanten noch Zeit, ihre Angebote abzugeben. "Die Submission ist für den 28. August festgesetzt", so Wruck. Dann werden die Offerten geöffnet und ausgewertet. Noch in diesem Jahr soll der Auftrag für zwölf neue Obusse vergeben werden. Entsprechend den Lieferzeiten sei mit einem schrittweisen Ersatz bis 2011 oder 2012 zu rechnen. Für den Bau eines Busses müsse man mit mindestens einem Dreivierteljahr rechnen.

Derzeit zählen laut Wruck 14 "Rundendreher" zur Flotte. Aus Kostengründen habe sich das Unternehmen aber entschlossen, künftig keine "separate Reserve" für den Eberswalder Stadtverkehr mehr vorzuhalten. Sollte ein Obus beispielsweise aufgrund einer Störung ausfallen, werde er durch einen Dieselbus ersetzt. Die jetzigen Fahrzeuge haben 16, 17 Jahre auf dem Buckel. Und auch die Laufleistung ist beeindruckend. "Die Obusse haben um die 750 000 Kilometer runter", so Wruck. "Und das im Stadtverkehr", wie der Geschäftsführer lächelnd hinzufügt.

Die Investition müsse das Unternehmen aus eigener Kraft stemmen, betont Wruck weiter. Ausnahme sei lediglich die Ausrüstung der Fahrzeuge mit einem Sekundärantrieb, einem Energiespeicher, der es möglich macht, eine fünf Kilometer lange Strecke ohne Strom aus der Oberleitung zurückzulegen. Die Mehrkosten dafür würde höchstwahrscheinlich der Landkreis tragen. Landrat Bodo Ihrke hatte bereits vor einigen Wochen verkündet, dass der Kreis beim Bundesumweltministerium einen Fördermittelantrag gestellt hat. Wie teuer ein Obus ist, stehe freilich erst mit dem Ausschreibungsergebnis fest. "In der Stadt Salzburg, die zuletzt ausgeschrieben hatte, beliefen sich die Kosten auf rund 700 000 Euro pro Fahrzeug. Ich hoffe, wir kommen etwas preiswerter davon", so Wruck. Der Ausschreibung sei "modular erfolgt". Dies bedeutet: Anbieter müssen Grundausstattung sowie alle Extras, wie etwa Klimaanlage oder eben Energiespeicher, preislich separat ausweisen.

In Deutschland gibt es nur noch drei Städte, die auf den Strippen-Express setzen. Neben Eberswalde sind das Esslingen und Solingen. International aber ist Eberswalde in guter und wachsender Gesellschaft. In Europa ist der Obus unter anderem in Lyon, Nancy (beide Frankreich), Rimini (Italien) und eben Salzburg (Österreich) im Einsatz. Als Geburtsstunde für den Eberswalder Obus-Verkehr gilt der 3. November 1940. Damit ist die Barnimer Kreisstadt die älteste Obus-Stadt in Deutschland. Der Fuhrpark damals bestand aus fünf Obussen deutschen Fabrikats. Heute nutzen laut BBG jährlich etwa vier Millionen Fahrgäste das Obus-Netz.



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