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Marc Schütz 07.03.2014 15:17 Uhr - Aktualisiert 07.03.14 15:55 Uhr

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Ein Buch über die Liebe

Berlin (moz) Dieser Seltenheim ist so seltsam wie sein Name. Er ist Testperson für unerlaubte Halluzinogene, Partyfotograf und landet schließlich als Talentscout bei einem zwielichtigen Pornounternehmen. Da ist es ist kaum zu fassen, dass seine Geschichte trotzdem eine Geschichte über die Liebe sein soll. Aber so ist es.

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Schlicht und einfach: "Seltenheim" von Steinbart

© Verlag


„Seltenheim“ ist der erste Roman eines Berliner Schriftstellers, der sich selbst nur Steinbart nennt. Erschienen ist das Buch im Eigenverlag. „Kein Vertrieb. Keine Hand, die ich nicht schütteln will“, steht im Klappentext. Und so kann Steinbart einfach unbekümmert drauflos schreiben, lässt seinen Helden wie den Leser in eine abstruse Geschichte stolpern, die sich irgendwann als Science-Fiction-Roman über Drogen, Macht, Pornos und eben Liebe entpuppt.


In einem Club fängt alles an: Seltenheim ist als Partyfotograf vor Ort. Er soll Bilder machen und stürzt furchtbar ab. Seinen Nebenjob als Probant für „den Mongolen“ hat er zu ernst genommen und jede Menge Drogen eingeworfen, die schwere Halluzinationen hervorrufen. Leichter Lesestoff ist das nicht. Im Gegenteil. Es macht nicht einmal Spaß, über verquere Zeilen klettern zu müssen, die aus William S. Burroughs „Soft Machine“ stammen könnten.


Aber dann nimmt die Geschichte an Fahrt auf. In unglaublichem Erzähltempo lässt Steinbart seine Hauptfigur alle Jobs und die Freundin verlieren, die er nur Goldkleid nennt, aber trotzdem irgendwie lieben will. Das passiert in kürzester Zeit und vor allem in ungeheurer Lautstärke. Die Menschen, die Seltenheim trifft, schreien, die Ansagen auf den Bahnhöfen schreien, sein Puls tobt und das Herz rast. Ständig knallt und kracht es um die Hauptfigur herum, deren Welt langsam aber sicher in sich zusammenfällt.
Als Seltenheim dann auch noch aus seiner Wohnung fliegt, klopft ein Unternehmen an, das ihn, seine Frauengeschichten und vor allem seine Surfgewohnheiten offenbar ziemlich genau beobachtet hat. Und für das soll Seltenheim außerhalb der Stadt nach Talenten für Sexfilme fahnden.


An seiner Seite steht ab sofort Maschine: Pornodarsteller, riesengroß, muskelbepackt – ein Vieh von einem Mann. Und genauso ein Widerling. Er lässt Seltenheim schnell an seiner neuen Berufung zweifeln und vor allem daran, ob es überhaupt so etwas wie Liebe in der Welt gibt. In den tief verschneiten Wäldern findet er trotzdem, wonach er die ganze Zeit gesucht hat: Aber neben seiner großen Liebe lauert dort auch die Katastrophe.



Steinbart - Seltenheim
Eigenverlag
234 Seiten
19 Euro

www.linkes-auge-hinkt.de

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