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Günter Lehmann und Ralf Michael-Teichert stellen ihr Buch bei Ziltendorfer Weihnacht erstmals vor

"Beste Plätze für Zuspätkommer"

Ralf-Michael Teichert und Günter Lehmann (v.l.).
Ralf-Michael Teichert und Günter Lehmann (v.l.). © Foto: MOZ/ Elke Kögler
Elke Kögler / 07.12.2017, 07:25 Uhr
Ziltendorf (MOZ) "Ziltendorf macht Geschichte(n)" enthält Anekdoten, historische Fotos und Informationen über die Historie des Ortes. Das Buch gibt es am 9. Dezember beim Weihnachtsmarkt zu kaufen.

Erinnerungen an diverse Tanzabende im Ziltendorfer "Klein Swinemünde", Kindheitserinnerungen an Weihnachtsfeste in der Kirche und die Schließung der Sparkasse sind nur einige Geschichten, über die Günter Lehmann und Ralf-Michael Teichert in ihrem Buch "Ziltendorf macht Geschichte(n) - Anekdoten, Fotos und Historie einer Gemeinde in der Niederlausitz" berichten. Die beiden Autoren stellen das Buch erstmals bei der Ziltendorfer Weihnacht am 9. Dezember ab 13 Uhr vor, die dort rund um das evangelische Gemeindezentrum stattfindet. Günter Lehmann und Ralf-Michael Teichert haben einen Stand, an dem sie ihr Werk verkaufen und auf Wunsch signieren.

Die Idee zur Herausgabe des Buches ist Günter Lehmann gekommen, nachdem er Rentner wurde. "Ich habe immer viele Geschichten und früheren Zeiten gehört und mich gefragt, warum diese niemand aufgeschrieben hat", erzählt Günter Lehmann. Damit die Geschichten nicht für immer verloren gehen, sondern für junge Leute bewahrt bleiben, habe er selbst zu Computertastatur und Schreibprogramm gegriffen. Weitere Geschichten haben Ralf-Michael Teichert und Walter Lehmann, der Bruder von Günter Lehmann, beigetragen.

Insgesamt umfasst das Werk von Teichert und Lehmann sowie Bruder Walter Lehmann als dritten Autor 35 Geschichten. Einige der Anekdoten waren bereits als Serie im Brieskower Kurier, dem Amtsblatt von Brieskow-Finkenheerd, zu lesen. Einige der bislang noch nicht veröffentlichten Erzählungen sind "Der schlecht gewordene Schnaps", "Der Hörsturz" sowie "Die verunglückte Hasenjagd".

"Die für mich schönste Anekdote des Buches ist aber die Geschichte darüber, wie wir als Kinder die Weihnachtsabende verbracht haben", sagt Günter Lehmann. Unter anderem habe er sich als Kind mächtig darüber geärgert, dass Besucher auf den Kirchenbänken zusammenrückten, jedoch die allerletzten Zuspätkommer extra Stühle erhielten. "Diejenigen, die ständig als Letzte kamen, haben immer die besten Plätze erhalten", fasst Lehmann den Kern der Geschichte zusammen. "Als ich die Anekdote einmal beim jeden Monat stattfindenden Seniorentreff in der Ziltendorfer Kirche erzählt habe, hatten einige der Frauen Tränen in den Augen", berichtet der Geschichtenautor.

Neben den 35 Kurzerzählungen enthält das Buch historische Fotos und Abdrucke von alten Postkarten und eine Übersicht über alle wesentlichen geschichtlichen Ereignisse des Ortes. "Die chronistische Aufzählung beginnt im 7. bis 10. Jahrhundert und endet mit der Schließung unserer Sparkasse im November 2017", erläutert Ralf-Michael Teichert, der sich vor allem um den Druck und die Werbung für das Buch kümmert. Eines der spektakulären Ereignisse im Ort war der im Jahr 1970 erfolgte Raubüberfall auf das bereits seit 1950 in Ziltendorf ansässige Geldinstitut.

Die Postkartenmotive zeigen das Seebad Ziltendorf am Großen Pohlitzer See oder etwa "Hugosruh", ein Ausschankpavillon für Getränke aller Art am Kleinen Pohlitzer See. Weil an dem Ort, der im Volksmund auch "Klein Swinemünde" genannt wurde, später eine Tanzfläche entstand, war dieser auch bei vielen Berlinern beliebt. "Dort war immer richtig was los", schildert Günter Lehmann mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Wer allerdings die letzte Fähre um 24 Uhr verpasst hatte, kam nahezu nicht mehr nach Hause, berichtet der Buchautor weiter. "Die Strandanlage am Großen Pohlitzer See wurde Seebad Ziltendorf genannt, weil dieses in den Dreißiger Jahren vom Ziltendorfer Fischermeister Wilhelm Hopke betrieben wurde", ergänzt Ralf-Michael Teichert.

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