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Riviera Staffel 1

Riviera Staffel 1
Riviera Staffel 1 © Foto: Sony Pictures HE
Stefan Klug / 02.10.2017, 16:24 Uhr
(MOZ) Georgina Clios führt mit ihrem Gatten Constantine ein sorgloses Leben an der sonnigen französischen Riviera. Sie, viel jünger als er und Amerikanerin, ist erfolgreiche Kunsthändlerin, so wie ihr Mann auch. Der jedoch stirbt bei einer mysteriösen Explosion auf einer Yacht und fortan ist nichts mehr, wie es mal war. Die Witwe kommt gar nicht wirklich zum trauern. Zum einen entbrennt natürlich der Streit ums Erbe. Denn auch Constantines erste Frau und seine drei erwachsenen Kinder erheben Ansprüche nicht nur materieller Art. Und dann steht sofort die Polizei in der Tür. Dass die Explosion ein Unfall war, glaubt hier niemand. So ermitteln die lokalen Behörden. Aber auch Interpol ist am Start. Dort vermutet man, dass das Unglück mit Geldwäsche im Zusammenhang steht, die Clios mit seiner Bank und mit Hilfe von Kunstwerken in großem Stil betrieben haben soll. Tatsächlich lüftet sich für Georgina Stück für Stück der Vorhang zu einem Leben, an dem sie zwar beteiligt, aber nie wirklich im Bilde war.

Man hätte aus dem Stoff auch einen spannenden Zweistünder machen können, knackig und mit reichlich Wendungen. Nun werden diese in größerem Radius gefahren. Da bleibt mehr Platz für Charakterentwicklung und einen teils voyeuristischen Einblick ins Leben der Superreichen. Wobei, dass diese mit der Unterwelt kungeln ist nicht unbedingt eine Erkenntnis, zu der "Riviera" als erstes gelangt. Und auch Drogen, Prostitution und vernachlässigter Nachwuchs sind nicht zwingend eine Neuheit. Dennoch haben die Regisseure es geschafft, all die Schattenseiten des großen Geldes gekonnt in Glitzer und Glamour einzuarbeiten. Man nimmt sich viel Zeit, die Schönheit des Lebens zu zeigen, sowohl die menschliche wie auch die Seite des Konsums. Mit Julia Stiles gibt ein waschechter Hollywood-Star der Serie ein Gesicht. Und ihre Bildschirmpräsenz dürfte sicher so manchen Kollegen im fernen Kalifornien gelb vor Neid werden lassen. Bei über sieben Stunden Spielzeit ist es nicht immer leicht, die Spannung hoch zu halten. Doch es gelingt über weite Strecken gut. Unbedingt erwähnenswert ist zudem, dass die bildliche Darstellung der Thematik angemessen ist. Farbenfroh, strahlend, zuweilen fast schon ein wenig glitzernd. Hier passen Inhalt und Form zueinander.

Genre: Thriller; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 435 Minuten; Verleih: Sony Pictures HE; Regie: diverse; Julia Stiles, Lena Olin, Adrian Lester; GB 2017

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