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Clash der Beziehungen

Rückkehr nach Montauk
Rückkehr nach Montauk © Foto: Wild Bunch
Stefan Klug / 30.11.2017, 17:01 Uhr
(MOZ) Schriftsteller Max Zorn reist nach New York, um hier sein neues Buch vorzustellen. Der Trip zum Big Apple ist dabei jedoch weit weniger Zufall als man annehmen möchte. Nicht nur, dass die Metropole und ihre umliegenden idyllischen Orte am Meer eine Rolle spielen, auch hier wohnende weibliche Wesen werden in den Focus des durchaus autobiografischen Werkes gerückt. Kurzum, Zorn arbeitet einen Teil seiner Vergangenheit auf und kehrt dafür an den Ort des Geschehens zurück. Mit dabei seine deutlich jüngere Frau, die aber wirklich nur eine begleitende Rolle spielt. Tatsächlich hofft der Lyriker, hier auf jene Dame zu treffen, der er literarisch einigen Platz eingeräumt hat. Es kommt zu einem Treffen, zu einer Aussprache und womöglich mehr. Und plötzlich steht der Deutsche zwischen zwei Frauen, weit entfernt der Heimat.

Max Frisch stand Pate für den neuen Film von Volker Schlöndorff. Denn der Roman des Autoren bildet die geistige Grundlage fürs Drehbuch, das der mehrfach ausgezeichnete Regisseur inszenierte. Und das tat er in Ruhe. Denn Schlöndorff nimmt sich Zeit, seine wenigen Figuren allseitig zu beleuchten. Und dabei treten immer wieder neue Eigenschaften oder Erkenntnisse zutage, was die eigentliche Überraschung ist. Denn oberflächlich betrachtet sollte man annehmen, dass das Grundthema literarisch wie cineastisch ausreichend bearbeitet worden ist. Der Zuschauer tappt so gern in die Falle, ein Klischee vorgesetzt zu bekommen, erkennt dann aber, dass es nur den Anschein macht. Dies allerdings setzt voraus, dass man bei der Sache bleibt. Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Denn bei aller Sympathie, die Stellan Skarsgård so unaufgeregt mitbringt, das Abrutschen zur Langeweile droht nicht nur einmal.

Genre: Drama; FSK: o.Angabe; Laufzeit: 106 Minuten; Verleih: Wild Bunch; Regie: Volker Schlöndorff; Stellan Skarsgård, Bronagh Gallagher, Nina Hoss; D 2017

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