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Für große Bildschirme gemacht

Valerian
Valerian © Foto: Universum
Stefan Klug / 30.11.2017, 17:04 Uhr - Aktualisiert 30.11.2017, 17:45
(MOZ) Nachdem sie ihre kritische Masse erreicht hat muss die Raumstation Alpha aus dem Gravitationsfeld der Erde geschleppt werden und fliegt fortan durchs All. Im Laufe der Jahre siedeln sich hier Vertreter aller Spezies an, die in den Weiten des Universums beheimatet sind. Alpha wächst zu einem gewaltigen Koloss heran, der selbst von der Zentralregierung nicht mehr wirklich zu kontrollieren ist. Der macht Sorgen, dass sich in der Mitte der Megacity ein offensichtlich radioaktives Feld ausbreitet. Um herauszufinden, was oder besser wer dort sein Unwesen treibt, werden Major Valerian und Sergeant Laureline mit einer Mission beauftragt. Obwohl der Spezialagent mehr Augen für seine Partnerin als die Aufgabe hat, stellt sich alsbald heraus, dass der unheimliche Ort seinen Ursprung in der Vergangenheit hat. Und damit zugleich auch mit dem Tun einiger inzwischen hoher Regierungsmitglieder.

Es dauert genau einen Wimpernschlag, da hat er uns. David Bowie und dessen unvergleichliches "Space Odity" als Eingangssong zu wählen und dann in einer Bild-Abfolge vom Beginn der realen Raumfahrt bis hin zur filmischen Sci-Fi-Gegenwart die Entwicklung Revue passieren zu lassen, ist wohl einer der passendsten und besten Einfälle in der Filmgeschichte. Und derer waren es selbst bei Luc Besson in der Vergangenheit nicht wenige. Damit legt der Franzose zwar für den Rest des Filmes die Messlatte ziemlich hoch, doch er erreicht sie immer wieder. Soviel sei vorab verraten. Basierend auf einer Graphic Novel von Pierre Christin und Jean-Claude Mézières entspinnt sich vor den Augen des Zuschauer eine Geschichte, die zu keiner Sekunde auch nur an Stillstand denkt. Es geht immer, immer vorwärts: mit neuen Ideen, mit neuen Mikrokosmen,mit neuen Figuren. Dabei ist die Handlung oldschool wie die originäre Vorlage selbst. Der Fortgang ist logisch und wird ohne Hast erzählt. Schließlich nimmt sich Besson weit über zwei Stunden Zeit. Und dennoch geht es rasant zur Sache, buchstäblich zu Lande, unter Wasser und in der Luft bzw. im Raum. Weil nicht nur der Franzose, sondern beispielsweise auch George Lucas sich haben von "Valerian" inspirieren lassen, geht vom aktuellen Blockbuster eine schon erstaunliche Vertraulichkeit aus. Irgendwie kommt dem Zuschauer vieles bekannt vor, ohne jedoch, dass sich etwas wiederholen würde. Rutger Hauer sorgt für Bladerunner-Erinnerungen, die Wüstengebiete und einiges Getier verweisen auf Star Wars und Alpha selbst mutet mitunter an wie die gigantische Steigerungsform des Fünften Elements. Ganz frisch hingegen kommen die beiden Hauptdarsteller daher. Dane DeHaan und Cara Delevingne wollen zuerst auf Grund ihres Alters und ihres Aussehens so gar nicht in die Rolle der taffen Spezialagenten passen. Und auch hier überrascht Besson gekonnt. Denn es fügt sich. Um so mehr, als dass er eine Lovestory neben der Haupthandlung herlaufen lässt. Vor allem das Supermodel überzeugt in ihrer ersten richtigen Hauptrolle. Nun wird zwar kein Shakespeare verlangt, aber das Drehbuch gibt ihr die Chance, natürlich zu sein, dazu cool, witzig, empathisch und clever. Und Delevingne bringt das rüber, vom Augenaufschlag über die Kopfbewegung bis hin zur Ganzkörperarbeit. "Valerian" ist in seiner Gesamtheit ein außerordentlich gelungener Film. Er sieht in der Zukunft eher den friedlichen Zusammenhalt, vernachlässigt den Actionpart aber ebenso wenig wie das Spannungsmoment und den Humor. Und damit bietet er erstklassige Familienunterhaltung.

Das gilt ohne Einschränkungen auch für den technischen Part. Als ein Streifen, der wohl fast ansnahmslos zumindest am Computer nachgearbeitet wurde, in dem CGI-Effekte den Hauptteil der Handlung ausmachen, merkt der Zuschauer nichts davon. In der derzeit bestmöglichen Auflösung 4k leistet sich das Bild keine Schwächen und bringt die perfekte Illusion rüber. Alle Bewegungen sind flüssig, die Spezialeffekte wirken ungemein echt und das Gesamtereignis kommt keinerzeit ins Stocken. Dazu strahlt das Bild förmlich und ist in jeder Abstufung, vom weißen Strand bis hin zu den dunkelsten Ecken von Alpha konturenreich und bestens ausgeleuchtet. "Valerian" ist wie für große Bildschirme gemacht. Man sollte also die größtmögliche Variante wählen, 4 k sorgt dafür, dass der Genuss ungeschmälert bleibt. Zum superben Bild gesellt sich ebensolcher Ton. Dank DTS-HD Master und Dolby Atmos wird der Betrachter komplett ins Geschehen mit einbezogen. Einfach großartig.

Genre: Sci-Fi; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 137 Minuten; Verleih: Universum; Regie: Luc Besson; Dane DeHaan, Cara Delevingne, Clive Owen; F 2017

Es gibt Fanpakete bestehend aus BluRay bzw. 4-K-BluRay, T-Shirt und Stofftasche zu gewinnen. Wer Interesse hat, sendet eine Mail mit dem gewünschten Format und seiner Postadresse mit dem Betreff "Valerian" an gewinnspiel@moz.de

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