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25.01.2013 20:39 Uhr

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Hauptsache grell, bunt und sexy

München (dpa) Die wilden 70er hatten ihren Namen nicht umsonst. Flower Power, freie Liebe, LSD und Marihuana prägten das Lebensgefühl - und das zeigte sich auch in ihrer Mode. Knalliger Hippie-Look mit Fransen, Cowboy-Hemden mit Nieten, Schlaghosen, Krawatten so breit wie Servietten - und Hotpants, die gerade das Nötigste bedecken. Die Mode der 70er-Jahre war vor allem "Geschmackssache". So heißt auch eine Ausstellung im Münchner Stadtmuseum, die einen Überblick gibt über das, was seinerzeit so los war in den Kleiderschränken der Deutschen.

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Immer noch chic: Wintermode für Frauen aus den 1970er-Jahren  

Immer noch chic: Wintermode für Frauen aus den 1970er-Jahren

© dpa

Die Mode war vor allem verdammt bunt, grell und vielseitig. "Es hat unglaublich viel nebeneinander gegeben", sagt Kuratorin Isabella Belting. "In kaum einer anderen Dekade hat Mode so stark polarisiert." Denn erstmals galt: Erlaubt ist, was gefällt. "In den 50er- und 60er-Jahren gab es strenge Modediktate. Da wurde zentimetergenau abgemessen, wie kurz ein Rock sein muss." In den 70ern gab's dann Mini, Midi oder Maxi - je nachdem, worauf Frau Lust gerade hatte. "Den Hippies haben wir letztendlich den Aufbruch in der Mode zu verdanken."

Da gab es sportliche Overalls neben Abendkleidern mit Rüschen, Etui-Kleider neben zerrissenen Hosen. Die Jeans wurde gesellschaftsfähig, und selbst Männer durften Plateau-Schuhe tragen. Das Cord-Sakko über dem engen Rollkragenpullover wurde zur Uniform schlauer, aber betont lockerer Intellektueller, und die Kunstfaser trat ihren Siegeszug an.

In anderthalbjähriger Arbeit hat Belting die Exponate zusammengetragen - aus dem Museumsbestand und aus Secondhandshops. Aber auch berühmte Münchner stellten Stücke zur Verfügung. Schauspielerin Uschi Glas hat ein Abendkleid beigesteuert, das sie in den 70ern beim Deutschen Filmball trug. Dazu gibt es neckische Kleidchen von Sex-Ikone Ingrid Steeger und einen Mantel der Sängerin Margot Werner aus echtem Affenpelz. "Ein Bewusstsein für so etwas wie Tierschutz gab es damals noch nicht", sagt Belting.

Die unterhaltsame Ausstellung, die auch vor dem Disco-Trend und den damit verbundenen Glitzer-Klamotten nicht Halt macht, gestattet einen Einblick in das Lebensgefühl von damals, als Mode noch politisch war und Militär-Parker von engagierten Zivilisten getragen wurden, um eine pazifistische Grundgesinnung zur Schau zu tragen. "Heute gibt es ja auch Bikinis im Military-Look", sagt Belting. "Das ist vielleicht immer noch chic, aber es hat seine Bedeutung verloren."

Bis 15.9., Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, München, Di-So 10-18 Uhr, Tel. 089 23322370

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