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27.01.2013 08:55 Uhr

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Unbequeme Themen prägten das 34. Filmfestival Max Ophüls Preis

Saarbrücken (dapd) Es sind die schwierigen Themen und die tragischen Hauptfiguren, die das 34. Filmfestival Max Ophüls Preis in diesem Jahr geprägt haben. Ob es um einen jungen Amokläufer im Film "In der Überzahl" ging, oder um einen Guantanamo-Häftling in dem Streifen "Fünf Jahre leben" - die Auseinandersetzung mit unbequemen Themen war auf dem 34. Saarbrücker Filmfestival Max Ophüls Preis spürbar wie selten. Dazu passt es, dass der diesjährige Filmpreis an Tizza Covi und Rainer Frimmel ging. Die beiden Regisseure haben mit ihrem Streifen das Problem unterschiedlicher Lebensrealitäten aufgegriffen.

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Rainer Frimmel, österreichischer Filmregisseur, posiert am Samstag  in Saarbrücken als Gewinner des 
Max-Ophüls-Preises 2013 mit seinem Preis. Mit ihrem Film "Der Glanz des Tages" haben die aus Italien stammende Regisseurin Tizza Covi und ihr österreichis  

Rainer Frimmel, österreichischer Filmregisseur, posiert am Samstag in Saarbrücken als Gewinner des Max-Ophüls-Preises 2013 mit seinem Preis. Mit ihrem Film "Der Glanz des Tages" haben die aus Italien stammende Regisseurin Tizza Covi und ihr österreichis

© dapd

"Der Glanz des Tages" - so heißt der Film, für den die aus Italien stammende Regisseurin Tizza Covi und ihr österreichischer Kollege, Rainer Frimmel, mit dem Max-Ophüls-Filmpreis 2013 der Stadt Saarbrücken ausgezeichnet wurden. Dotiert ist der Preis mit 18.000 Euro. In dem Film geht es um das Leben des Schauspielers Philipp Hochmair, der sich selbst spielt.

Sein Leben ist ausgefüllt mit Proben und Aufführungen, alltägliche Sorgen sind ihm fremd geworden. Doch plötzlich wird er mit dem Asyl-Schicksal seines Nachbarn konfrontiert und realisiert, dass das Leben nicht nur auf der Bühne stattfindet. "Das Drehbuch hatte vielleicht gerade einmal 20 Seiten", erinnert sich Regisseur Rainer Frimmel. Die Dialoge des Streifens, der eine Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm ist, haben die Schauspieler spontan entwickelt, wie Frimmel berichtet. Insofern war es schon ein Experiment, das auch hätte scheitern können.

Der österreichische Vorjahressieger Markus Schleinzer, der in diesem Jahr der Jury angehörte, sagte, es handle sich bei "Der Glanz des Tages" um einen besonders mutigen Film, der vom Vertrauen der Filmemacher auf ihre Figuren und deren Geschichten lebe.

Eindrucksvoll ist auch der Film "Fünf Jahre Leben", bei dem Stefan Schaller Regie geführt hat. Der Film, der sowohl mit dem Preis der Jugendjury als auch mit dem Interfilmpreis ausgezeichnet wurde, basiert auf der Geschichte des Deutsch-Türken Murat Kurnaz, der beim Besuch einer Koranschule in Pakistan festgenommen und der US-Armee übergeben wird. Aus Sicht der Jury zeigt der beklemmende Film, der in dem berüchtigten Gefangenenlager von Guantanamo spielt, wie sich physische und psychische Gewalt auf Gefangene auswirkt. Außerdem zeige der Streifen auch, welchem Druck alle Beteiligten in diesem System ausgesetzt sind, beispielsweise der amerikanische Verhörexperte.

Der mit 3.000 Euro dotierte Preis für den besten männlichen Darsteller ging an Max Mauff, der in dem Film "In der Überzahl" (Carsten Ludwig) die Rolle eines jungen Amokläufers spielt. Im Zuge einer knapp zweistündigen Entführung erfährt der bedrohte Autofahrer die Wahrheit über seinen Beifahrer. Der nämlich hat mehrere Schüler in einem Amoklauf hingerichtet. "Es war schwierig diesen jungen Amokläufer zu spielen, der erschreckend normal wirkte", sagte der 25 Jahre alte Schauspieler.

Wie der künstlerische Leiter des Festivals, Philipp Bräuer, sagt, haben sich ungefähr so viele Zuschauer wie 2012 die knapp 60 Filme in Saarbrücken angesehen, also über 40.000 Zuschauer, die in der Woche vom 21. bis 27. Januar kamen. Dennoch äußert sich Bräuer zurückhaltend, wenn es darum geht, zu beurteilen, ob Filme dazu geeignet sind, politisches und gesellschaftliches Bewusstsein zu schärfen. "Es gab durchaus mehr Filme im diesjährigen Wettbewerbsprogramm, die politisch relevant sind", sagt er nachdenklich.

Das sei auch ein gutes Zeichen; "aber letztendlich ist es eine Illusion zu glauben, dass ein Film politisch etwas verändern kann". Höchstens könnten Filme einen Beitrag zur Veränderung leisten, ist sich der Festivalleiter sicher. Indes hat Bräuer andere Sorgen. Wie er sagt muss das Festival Max Ophüls Preis - es gilt als eines der wichtigsten Festivals für den deutschsprachigen Nachwuchsfilm - seit zehn Jahren mit einem Budget von etwa einer Million Euro auskommen, was recht knapp bemessen sei. "Insofern hoffen wir durchaus auf etwas mehr Geld in der Zukunft", sagt der künstlerische Leiter. Immerhin, vergeben werden neben dem Hauptpreis zwölf weitere Preise, darunter auch der Filmpreis der saarländischen Ministerpräsidentin.

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