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30.01.2013 16:31 Uhr

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Stiftung Preußischer Kulturbesitz arbeitet Folgen von NS-Unrecht auf

Berlin (dapd) Noch zahlreiche von den Nazis enteignete Kunst- und Kulturgüter lagern in deutschen Museen und Depots: Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz will die Folgen von NS-Unrecht aufarbeiten und die Objekte an die rechtmäßigen Eigentümer zurückgeben. In konkreten Einzelfällen entscheide die Stiftung über Rückgaben an Erben oder Rechtsnachfolger, erklärte Präsident Hermann Parzinger am Mittwoch in Berlin. Man betreibe bereits seit 1999 "gezielte und strukturierte Provenienzforschung" in allen Einrichtungen.

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Pergamonmuseum in Berlin ist weiter Publikumsmagnet  

Pergamonmuseum in Berlin ist weiter Publikumsmagnet

© dapd

Im vergangenen Jahr habe man im Fall Curt Glaser trotz unterschiedlicher Bewertung der Fakten mit der Erbenseite eine Teilrückgabe der Objekte und Verständigung erreicht, sagte Parzinger. Glaser war ein jüdischer Kunsthistoriker, der bis zu seiner Entlassung durch die Nazis 1933 die Berliner Kunstbibliothek leitete. Vor seiner Emigration in die USA war er gezwungen worden, große Teile seiner Sammlung unter Wert zu verkaufen.

Der "Spiegel" hatte in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, dass in vielen deutschen Museen noch immer zahlreiche Kunstgegenstände lagern, die die Nazis unrechtmäßig in ihren Besitz gebracht hatten. Der Bund richtete vor fünf Jahren eine Arbeitsstelle für Provenienzrecherche ein, die Nachforschungen betreibt.

Das Pergamonmuseum bleibt der Publikumsmagnet der Staatlichen Museen zu Berlin. 2012 besuchten rund 1,41 Millionen Menschen das Ausstellungshaus auf der Museumsinsel, wie die Stiftung bekannt gab. Das waren noch einmal 100.000 mehr als 2011. Das benachbarte Neue Museum zählte im vergangenen Jahr 701.000 Besuche, die Alte Nationalgalerie 312.000. Insgesamt kamen knapp 4,5 Millionen Menschen in die 17 Staatlichen Museen, rund 100.000 weniger als 2011.

Eine der größten Attraktionen des Pergamonmuseums wird ab Herbst 2014 erst einmal wegen Sanierungsarbeiten nicht mehr zu sehen sein: Der Altarsaal soll dann nicht mehr zugänglich sein, wie die Stiftung ankündigte. Es werde geprüft, zumindest Teile des berühmten Pergamonfrieses in der Bauphase an anderer Stelle zu präsentieren. Der Saal soll ab spätestens 2019 wieder eröffnet werden. Die gesamte Sanierung des Museums soll 2026 abgeschlossen sein.

Das zentrale Eingangsgebäude der Museumsinsel, die James-Simon-Galerie, wird später fertig als geplant. Erst im Herbst 2013 seien die Gründungsarbeiten abgeschlossen, die Fertigstellung sei nun erst für die zweite Jahreshälfte 2017 vorgesehen. Ursache für die Verzögerung seien der Wechsel der ausführenden Spezialfirma für Gründungsarbeiten und die "extrem schwierigen Baugrundverhältnisse". Ursprünglich sollte die Galerie in diesem Jahr fertiggestellt werden.

Die Grundsteinlegung für das Stadtschloss ist für Mai geplant, wie Parzinger sagte. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) solle dazu kommen. Wie geplant solle das Humboldt-Forum dann 2019 eingeweiht werden. Unter anderem sollen dann die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst präsentiert werden.

Die 1957 gegründete Stiftung ist aus den Sammlungen des preußischen Staats hervorgegangen. Sie wird vom Bund und allen 16 Ländern getragen.

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