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Potsdam (dapd) Ein zwei Tonnen schwerer "Herkules" wird als eine der ersten Skulpturen den westlichen Kopfbau des neuen Brandenburger Parlaments krönen. Der Landtagsbau entsteht derzeit auf dem Grundriss des einstigen Stadtschlosses. Die Fassade wird nach historischem Vorbild unter Verwendung originaler Bau- und Schmuckelemente gestaltet. "Es ist jedes Mal eine Freude, wenn es gelingt, historisches Kulturgut zurückzugewinnen", sagte Joachim Kuke vom Verein Potsdamer Stadtschloss am Mittwoch anlässlich der Fertigstellung des "Herkules".
Die fertig restaurierte Bekrönungsfigur "Herkules" des westlichen Kopfbaus des Potsdamer Stadtschlosses, die in der rechten Hand die "goldenen Äpfel der Hisperiden" hält, steht am Mittwoch in Potsdam unter einem Wellblechdach auf dem Werkshof der Steinko
Die Skulptur war am Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört und nach der Sprengung des Stadtschlosses im Depot der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) gelagert worden. In siebenmonatiger Arbeit wurde der Torso seit vergangenem Mai von den beiden Steinbildhauern Andreas Klein und Kai Rötgen restauriert. Fehlende Elemente wie Kopf, Arme und Draperie wurden mithilfe historischer Fotos rekonstruiert. "Zunächst musste der Sandstein von Moos und Algen gereinigt werden", beschrieb Restaurator Klein die Arbeit. Dann seien Teile ersetzt sowie Risse und Löcher geschlossen worden.
Depot beherbergt 36 weitere Figuren
SPSG-Expertin Saskia Hüneke lobte die Arbeit als äußerst anspruchsvoll, da sie "viel Kreativität und Sachkunde" verlange. Nach ihren Worten befinden sich in den Depots der Stiftung 36 weitere Figuren, einige davon jedoch nur noch in Fragmenten.
Für die Wiederherstellung der Skulpturen sind Spenden notwendig, die vor allem der Stadtschlossverein sammelt. Vizechef Kuke sagte, der Verein bemühe sich auch um eine Restaurierung ehemaliger Stadtschloss-Figuren, die derzeit das Gebäude der Humboldt-Universität in Berlin zieren. Maßgabe des Engagements sei jedoch, dass die Figuren nach Potsdam zurückkommen. Die Rückkehr ist allerdings umstritten.
Die Restaurierung des "Herkules" ermöglichte das Berliner Unternehmen Thamm & Partner mit einer 30.000-Euro-Spende. Das Original ist eine Arbeit des Bildhauers Johann Mathias Gottlieb Heymüller. Er schuf den "Herkules" 1746 für das Stadtschloss. Zu den Werken des friderizianischen Bildhauers gehört auch die berühmte "Minerva", die heute in Potsdam im Haus der "Brandenburgisch-Preußischen Geschichte" zu sehen ist und einst als Pendant zu "Herkules" auf dem Ostflügel des Stadtschlosses stand. "Minerva" ist bereits restauriert - ebenfalls von Rötgen und Klein. Sie wird im Museum bleiben. Falls sich Spender finden, könnte eine Kopie für das Landtagsschloss modelliert werden.
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