Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Medienboard soll Pilotfilme unterstützen und mehr Produktionen anlocken

Filmregion Berlin-Brandenburg will TV-Serien stärker fördern

Björn Böhning
Björn Böhning © Foto: dapd
dapd / 06.02.2013, 16:12 Uhr
Berlin/Potsdam (dapd) Die Filmregion Berlin-Brandenburg will sich als Produktionsstandort anspruchsvoller Fernseh-Serien profilieren. Dafür würden unter anderem Sondermittel für Pilotfilme und auch für Kinoproduktionen gedachte Gelder zur Verfügung gestellt, sagte der Chef der Senatskanzlei, Björn Böhning, am Mittwoch in Berlin. Die Berliner Grünen forderten hingegen bessere Ansiedlungsbedingungen für Fernsehanstalten.

Böhning ist zugleich Aufsichtsratschef des Medienboard Berlin-Brandenburg. Die Filmförderanstalt wird von beiden Bundesländern anteilig getragen.

Filme wie 'Adlon' hätten gezeigt, "dass qualitativ hochwertige, innovative Formate die Zukunft des TV sein können", sagte Böhning. "Ich glaube insgesamt, dass wir in diesem Bereich stärker werden müssen." Als Vorbilder würden die Erfolge US-amerikanischer und skandinavischer Produktionen dienen. Namentlich nannte der Politiker die soeben im deutschen TV angelaufene Serie "Homeland" aus den Vereinigten Staaten. Die Folgen sind weltweit gefragt und ähnlich erfolgreich wie beispielsweise "Mad Man" aus den USA. Im Gegensatz zu den meisten deutschen Serien der jüngeren Zeit gelten die darin erzählten Geschichten als klug, aber zugleich anspruchsvoll gestaltet.

Laut Böhning stellt das Medienboard als regionale Filmförderanstalt erstmals 2013 und 2014 jeweils 500.000 Euro für die Produktion von Pilotfilmen zur Verfügung. Dieses Auftaktfolgen in Spielfilmlänge testen eine geplante Serien-Staffel auf ihre Akzeptanz bei den Zuschauern. Auch andere Posten der jährlichen Filmförderung von 10,6 Millionen Euro sollen in Zukunft statt allein in Kinostreifen auch in Fernsehserien gesteckt werden. Damit würden "Impulse" gesetzt, um zum Beispiel die Studios in Babelsberg und Adlershof besser auszulasten. Es gelte, einen ganzen Markt zu erschließen, der noch viel Potenzial habe, sagte Böhning.

Zugleich wünschte sich Böhning mehr Mut der deutschen Fernsehanstalten, was die Schaffung von Serien aus einheimischer Produktion anbelangt. "Da sind mir die Sender noch zu vorsichtig", sagte der Politiker. Er selbst werde sich bei den bevorstehenden Verhandlungen zum Doppelhaushalt Berlins 2014/15 für eine weiter auskömmliche Filmförderung einsetzen, die aber auch ausreichend Mittel für den neuen Schwerpunkt TV-Serien bereit hält. 2012 zahlte Berlin den Angaben zufolge 10,6 Millionen Euro für die Arbeit des Medienboards, Brandenburg steuerte 7,5 Millionen Euro bei. Hinzu kamen jeweils 534.000 Euro für Personalkosten.

Böhning sprach sich für eine bessere Beachtung von TV-Serien bei Filmfestivals aus. Das gelte auch für die Berlinale, wofür er mit Festivaldirektor Dieter Kosslick ins Gespräch kommen wolle. Darüber hinaus wolle er sich demnächst in Los Angeles ein Bild von den Bedingungen für TV-Produktionen machen, kündigte Böhning an.

Die Idee von Serien-Präsentationen bei der Berlinale sorgte bei den Berliner Grünen für Befremden. "Ich glaube nicht, dass der Bürgermeister von Los Angeles bei der Oscar-Verleihung die Einbeziehung von Fernsehserien fordern würde", sagte der medienpolitische Sprecher Stefan Gelbhaar. Dafür gebe es andere Plattformen wie die Golden Globes. Grundsätzlich solle sich das Land Berlin lieber um bessere Standortbedingungen kümmern, damit sich TV-Sender ansiedeln, statt nur Subventionen für ein solches Genre zu zahlen.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG