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Russland will Museum Westlicher Kunst virtuell wiedereröffnen

22.05.2013, 12:57 Uhr
Moskau (dpa) Russland will das 1948 von Sowjet-Diktator Josef Stalin aufgelöste Moskauer Museum Moderner Westlicher Kunst wiedereröffnen - allerdings nur virtuell. Kulturminister Wladimir Medinski unterzeichnete eine entsprechende Anordnung, wie er am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge sagte. Wie das virtuelle Museum genau umgesetzt werden soll, blieb zunächst unklar.

"Es war ein großer Fehler, das Museum 1948 aufzulösen", sagte Medinski. Allerdings sei es vermutlich ein noch größerer Fehler, mit einem Neubau alte Sünden wettzumachen. Die Kunstwerke des Museums - meist Bilder berühmter Maler wie Monet oder Picasso - waren auf das Moskauer Puschkin-Museum und die Eremitage in St. Petersburg aufgeteilt worden.

Die Diskussion um das Museum war wieder entbrannt, nachdem Puschkin-Chefin Irina Antonowa (91) in einer TV-Show mit Kremlchef Wladimir Putin einen Neubau sowie die Rückgabe der Werke aus St. Petersburg gefordert hatte. Eremitage-Leiter Michail Piotrowski hatte das aber entrüstet abgelehnt. Die Idee eines virtuellen Museums unterstütze er aber, sagte Piotrowski. "Wir werden in diesem Jahr das Museum Westlicher Kunst virtuell eröffnen", kündigte Medinski nun an.

Stalin hatte dem Westen vorgeworfen, keine sowjetische Kunst im großen Stil auszustellen - und als Retourkutsche das seinerzeit einzigartige Museum Moderner Westlicher Kunst auflösen lassen.

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