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Voller Lebendigkeit durch Händels Hits

Peter Buske / 31.03.2015, 16:27 Uhr - Aktualisiert 31.03.2015, 16:56
Frankfurt (Oder) () Im "Messias" geht es nicht um ausgewählte Episoden aus dem Leben Jesu, sondern um eine vollständige Präsentation von dessen Geburt bis zur Himmelfahrt. Bereits bei der einleitenden Sinfonia befleißigen sich die Musiker auf modernen Instrumenten eines leichten und lockeren, geschmeidigen und auf Feinheiten bedachten Musizierens.

Dass der Kammerchor, quasi die Elitetruppe der Singakademie, sich von seiner stimmbesten und gestaltungsintensivsten Seite zeigen würde, stand zu erwarten. Erstaunlich voluminöse Bässe, fundierte Tenöre, herrlich satte Alte und schärfenfreie Soprane singen sich voller Lebendigkeit und Inbrunst stets pointiert, präzise und gefühlsinnig durch die hitreiche Nummernfolge. Zum Höhepunkt wird der Vortrag des "Halleluja", das nicht als Jubelhymnushype ertönt, sondern verhalten beginnt, um sich allmählich in die kraftvolle Erhabenheit zu steigern. Sehr gelungen.

Nicht weniger überzeugend bewältigt das Solistenquartett seine anspruchsvollen Parts. Viel lyrisches Können in schlichter Diktion bei affektreicher Koloraturenrasanz wird ihnen dabei abverlangt. Es macht schlichtweg Staunen, wie der höhensichere Tenorlyriker Dávid Szigetvári die Accompagnati und Arien ohne Pathos intensiv zu gestalten versteht. Oder wie Marie Friederike Schöder mit ihrem schlanken, schwebenden und leuchtenden Sopran den Arienhit "Ich weiß, dass mein Erlöser lebt" verinnerlicht vorträgt. Legatoselig strömt auch die Altstimme von Henriette Gödde, um beispielsweise die Arie "Er ward verachtet" in stockender Rhetorik aufs Anrührendste zu gestalten. "Warum rasen die Völker so wütend" - für solcherlei dramatischere Zutaten ist Bassbariton Matthias Winckhler zuständig und versiert. Armin Thalheim (Cembalo) und Alex Iljenko (Orgel) dienen dem Continuo auf ebenso vorzügliche wie stilkundige Weise. Starker Beifall. (Peter Buske)

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