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Musikfesttage-Finale in der Konzerthalle

Musikfesttage: Begeisternder Chorgesang

Hoher Anspruch: Chorleiter Rudolf Tiersch (v.l.) mit den Sängern Matthias Henneberg, Romelia Lichtenstein, Ralph Eschrig und der Frankfurter Singakademie
Hoher Anspruch: Chorleiter Rudolf Tiersch (v.l.) mit den Sängern Matthias Henneberg, Romelia Lichtenstein, Ralph Eschrig und der Frankfurter Singakademie © Foto: Winfried Mausolf
Peter Buske / 15.03.2016, 10:04 Uhr - Aktualisiert 15.03.2016, 10:19
Frankfurt (Oder). () Mit raffinierter Harmonik komponierte Kodály während der Belagerung Budapests im Winter 1944/45 seine "stille Messe", die den Untertitel "In tempore belli - In Kriegszeiten" trägt. Eingerahmt werden die sechs Liturgieteile der lateinischen Messe von einem Orgelvor- und -nachspiel, die Sebastian Küchler-Blessing (Bachpreisträger 2012) neben seiner Chor- und Solistenbegleitung auf dem Sauer-Instrument erklingen lässt. Düster beginnt der liedhafte Kyriesatz, zunächst von den tiefen Frauen- und Männerstimmen (was für kernige Bässe!) voluminös und in herber Diktion angestimmt. Dann breitet sich mit Unterstützung der hohen Stimmlagen Chromatik aus, die an gregorianischen Gesang erinnert.

Wie die Sänger auch in den anderen Teilen exorbitante Höhen und Tiefen sicher, intonationssauber und ausdrucksstark bewältigen, verdient Bewunderung. Dagegen treten die Solisten nur als Stichwortgeber auf: mit Strahlkraft Ralph Eschrig, mit kraftvollem Zugriff Matthias Henneberg, während sich die als Sopran annoncierte Romelia Lichtenstein als ein profunder Mezzoalt mit Höhenproblemen entpuppt.

Gigantische Intervallsprünge nebst eigenwilliger Rhythmik bestimmen das "De profundis" von Dupré, das der Franzose unter dem Eindruck der Schlacht um Verdun 1916 geschaffen hat. Eine hundertjährige Mahnung, die den Chor bis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit fordert. Doch die profund psalmodierenden Bässe, klangsatten Alte, geschmeidigen Soprane und sicheren Tenöre verschmelzen zu einem expressiven, sicher beherrschten Gesamtklang. Faszinierend! Gefühlsintensiv bitten Chor und Solistenterzett schließlich um ewige Ruhe ("Requiem aeternam"). Dickes Lob auch an den Organisten für seine facettenreiche Registrierungen zwischen bassgrummelnd und ätherisch schwebend. Ein beeindruckendes Musikfesttage-Finale.

Mehr unter: www.moz. de/musikfesttage

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