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01.11.2011 19:56 Uhr - Aktualisiert 02.11.2011 09:07 Uhr

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Erika Stürmer-Alex zeigt Arbeiten in Pankow

Berlin Es müssen für Erika Stürmer-Alex sehr arbeitsintensive Monate gewesen sein. Der weitaus größte Teil der Exponate, die sie jetzt in der Galerie Pankow zeigt, ist in diesem Jahr entstanden. Und wer im Juli die neben dem Brandenburgischen Kunstpreis in Neuhardenberg vorgestellten Ergebnisse der Endmoräne-Sommerwerkstatt 2011 erlebt hat und weiß, dass die Künstlerin entscheidende Anregerin dieses jährlichen Pleinairs mit internationaler Beteiligung ist, wird erst recht begeistert durch die Galerieräume vis à vis der Pankower Dorfkirche gehen.

Fotostrecke

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  © MOZ/Dietmar Horn

 

Die in Lietzen lebende Künstlerin gehört zwar nicht zur „Zielgruppe“ der vor 50 Jahren gegründeten Galerie, die sich das Amt für Kultur und Bildung Pankow als einen von vier Ausstellungsorten leistet. In Zeiten knapper Kassen fordert das Respekt. Gerade weil die Leiterin Annette Tiez neben der Galerie im Kunstamt weitere Aufgaben zu erfüllen hat. Und die auf drei Jahre begrenzte, mit dem jungen Künstler Christoph Leyendecker besetzte zweite Stelle läuft gerade aus.

Ihre Aufgabe sieht die älteste kommunale Galerie Berlins in der Präsentation von vornehmlich Berliner Künstlern, die in ihren Arbeiten künstlerische Positionen in den Bereichen Malerei, Zeichnung, Fotografie und Video zeigen.

 

Prominente Vertreter sind etwa Christa und Lothar Böhme, Konrad Knebel, Wolfgang Leber oder Harald Metzkes. Zudem gibt es einen seit Jahren bewährten Kontakt zur Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Aber hin und wieder leistet sich die Galerie Pankow die Einladung von Künstlern, die sich mit aktuellen technisch-ästhetischen Veränderungen in der Bildwahrnehmung befassen und in ihren Arbeiten thematisieren.

Und in diesem Sinne war es naheliegend, sich für die Brandenburgerin Stürmer-Alex zu entschließen. Wohltuend ist das klare Konzept, mit dem die Galerieräume, die früher zu einer Wohnung gehörten, gestaltet sind.

 

Nach einem ausgeklügelten Konzept klingt das Motto „Absichten und Zufälle“ zwar nicht. Und doch ist Erika Stürmer-Alex nichts unterlaufen. Eine erste Überraschung bietet sie, wenn sich der Besucher 30 Aquarellen gegenübersieht, die ihr Tagebuch einer Venedig-Reise sein könnten. Sechs Reihen mit je fünf Kreidezeichnungen zeigen eine bisher in ihrem Werk nicht wahrgenommene Leichtigkeit.

Der menschliche Körper reduziert sich bei Stürmer-Alex auch hier auf Körperteile wie Nasen oder Zungen. Es kann auch mal ein Piratenschiff hinzukommen, geformt aus Materialien, die man von ihr bereits kennt wie Styropor oder Hartplaste. Meisterlich im Umgang mit diesem Stoff schafft sie raffiniert Tierwesen wie Krebse, Insekten oder gibt einem „Geistesblitz“ Gestalt. Und die hohen, lichtdurchfluteten Räume boten Erika Stürmer-Alex Gelegenheit zur überwältigenden Entfaltung in einer Collage. Dass die Künstlerin nach ihrem seit Jahrzehnten gepflegten freien Umgang mit Alltags- und Erinnerungsstücken zu dem Wandbild „Vergangenheit“ gefunden hat, setzt die schönsten Hoffnungen in die Vollendung ihres Werks.

 

„Absichten und Zufälle. Erika Stürmer-Alex – Skulpturen, Zeichnungen, Malerei“, bis 12.?November, Dienstag bis Sonnabend 14–20 Uhr, Galerie Pankow, Berliner Straße 8, Berlin-Pankow, Tel. 030 47537925

Von Peter Liebers

Berlin. Es müssen für Erika Stürmer-Alex sehr arbeitsintensive Monate gewesen sein. Der weitaus größte Teil der Exponate, die sie jetzt in der Galerie Pankow zeigt, ist in diesem Jahr entstanden. Und wer im Juli die neben dem Brandenburgischen Kunstpreis in Neuhardenberg vorgestellten Ergebnisse der Endmoräne-Sommerwerkstatt 2011 erlebt hat und weiß, dass die Künstlerin entscheidende Anregerin dieses jährlichen Pleinairs mit internationaler Beteiligung ist, wird erst recht begeistert durch die Galerieräume vis à vis der Pankower Dorfkirche gehen.

Die in Lietzen lebende Künstlerin gehört zwar nicht zur „Zielgruppe“ der vor 50 Jahren gegründeten Galerie, die sich das Amt für Kultur und Bildung Pankow als einen von vier Ausstellungsorten leistet. In Zeiten knapper Kassen fordert das Respekt. Gerade weil die Leiterin Annette Tiez neben der Galerie im Kunstamt weitere Aufgaben zu erfüllen hat. Und die auf drei Jahre begrenzte, mit dem jungen Künstler Christoph Leyendecker besetzte zweite Stelle läuft gerade aus.

Ihre Aufgabe sieht die älteste kommunale Galerie Berlins in der Präsentation von vornehmlich Berliner Künstlern, die in ihren Arbeiten künstlerische Positionen in den Bereichen Malerei, Zeichnung, Fotografie und Video zeigen.

Prominente Vertreter sind etwa Christa und Lothar Böhme, Konrad Knebel, Wolfgang Leber oder Harald Metzkes. Zudem gibt es einen seit Jahren bewährten Kontakt zur Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Aber hin und wieder leistet sich die Galerie Pankow die Einladung von Künstlern, die sich mit aktuellen technisch-ästhetischen Veränderungen in der Bildwahrnehmung befassen und in ihren Arbeiten thematisieren.

Und in diesem Sinne war es naheliegend, sich für die Brandenburgerin Stürmer-Alex zu entschließen. Wohltuend ist das klare Konzept, mit dem die Galerieräume, die früher zu einer Wohnung gehörten, gestaltet sind.

Nach einem ausgeklügelten Konzept klingt das Motto „Absichten und Zufälle“ zwar nicht. Und doch ist Erika Stürmer-Alex nichts unterlaufen. Eine erste Überraschung bietet sie, wenn sich der Besucher 30 Aquarellen gegenübersieht, die ihr Tagebuch einer Venedig-Reise sein könnten. Sechs Reihen mit je fünf Kreidezeichnungen zeigen eine bisher in ihrem Werk nicht wahrgenommene Leichtigkeit.

Der menschliche Körper reduziert sich bei Stürmer-Alex auch hier auf Körperteile wie Nasen oder Zungen. Es kann auch mal ein Piratenschiff hinzukommen, geformt aus Materialien, die man von ihr bereits kennt wie Styropor oder Hartplaste. Meisterlich im Umgang mit diesem Stoff schafft sie raffiniert Tierwesen wie Krebse, Insekten oder gibt einem „Geistesblitz“ Gestalt. Und die hohen, lichtdurchfluteten Räume boten Erika Stürmer-Alex Gelegenheit zur überwältigenden Entfaltung in einer Collage. Dass die Künstlerin nach ihrem seit Jahrzehnten gepflegten freien Umgang mit Alltags- und Erinnerungsstücken zu dem Wandbild „Vergangenheit“ gefunden hat, setzt die schönsten Hoffnungen in die Vollendung ihres Werks.

„Absichten und Zufälle. Erika Stürmer-Alex – Skulpturen, Zeichnungen, Malerei“, bis 12.?November, Dienstag bis Sonnabend 14–20 Uhr, Galerie Pankow, Berliner Straße 8, Berlin-Pankow, Tel. 030 47537925

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