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Ihr Lächeln fasziniert Millionen: Auf Pappe gemalt ist die "Mona Lisa" eines der bekanntesten Kunstwerke der Welt. Das Werk des Italieners Leonardo da Vinci hängt heute im Pariser Louvre.


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Marco Marschall 20.01.2011 17:07 Uhr - Aktualisiert 08.02.2011 10:09 Uhr

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Sonderlinge unter sich

Luke und Jon sind Außenseiter (moz) Er wirkt etwas sonderbar, denn er hat grüne Augen. „Vermutlich nicht das Grün, an das ihr jetzt denkt. Sie sind leuchtend grün. Sie sind erstaunlich. Ich will damit nicht angeben. Ich versuche nur genau zu sein“, stellt Luke sich vor. Luke ist Teenager und hat vor kurzem seine Mutter verloren. Sein Vater greift in letzter Zeit häufiger zum Whisky. Luke gefällt das nicht, doch er zeigt Verständnis. Beruflich stellt Lukes Vater Spielsachen aus Holz her. „Kinder mögen keine Holzspielsachen (…) Zum Glück sind manche Eltern dumm oder altmodisch genug, um die Spielsachen bei ihm zu kaufen“, erklärt Luke.

Autor Robert Williams ist 32 und Sohn zweier Bibliothekare. Als Kind verbrachte er viel Zeit in der Bibliothek einer englischen Kleinstadt. Nachdem er sich dort durch die Bestände gelesen hatte, arbeitete er acht Jahre als Buchhändler. Nun ist Williams etwas Sonderbares gelungen. Er hat seinen ersten Roman geschrieben und Luke zum Erzähler gemacht. Dabei verschwindet er vollständig hinter seiner Romanfigur und geht äußerst behutsam mit ihr um.

In kurzen nicht durchweg chronologischen Episoden erfährt der Leser etwas über Luke, dessen Vater und Mutter sowie über die Umstände ihres Todes. Er lernt sie als gütige Frau kennen, mit starkem Gerechtigkeitssinn, viel Liebe und einem Meer von Traurigkeit in sich.

Nach ihrem Tod ziehen Vater und Sohn nach Duerdale, was ungefähr eine Stunde entfernt von ihrem bisherigen Wohnort im Nordwesten liegt. Wo genau, erfährt der Leser nicht, ahnt aber, dass es sich so ziemlich im Nirgendwo befindet. „Es ruht zwischen Hügeln und Mooren, nahezu verborgen, wie ein zwischen Hautfalten versteckter Leberfleck“, beschreibt Luke in seiner präzisen Art.

Und dann ist da noch Jon, der unweit von Luke und dessen Vater im Haus seiner dementen Messie-Großeltern lebt. Der Junge mit den schäbigen Opa-Klamotten wird unvermittelt zum ständigen Hausgast der beiden neuen Bewohner Duerdales. Dabei drängt sich Jon nicht auf, ist eher schüchtern und zurückhaltend. Für Videospiele fehlt im jegliches Talent. Er eignet sich mit Hilfe von Faktenbüchern ein enzyklopädisches Wissen an.

In der Schule werden sie aufgrund ihres abgelegenen Wohnorts als „Schafficker“ beschimpft. Die Attacken beschäftigen Luke, er grübelt über Gerechtigkeit, das Gefühl von Wut und innerer Unruhe, das ihn plagt. Der Leser kann diese Gefühle sehr gut nachempfinden. Doch er vertraut den eigenwilligen Methoden mit denen Jon, Luke und sein Vater den Widrigkeiten ihres Lebens begegnen.

Robert Williams hat einen unaufgeregten Roman geschrieben, in dem die Figuren trotz ihrer Außenseiterrolle keiner Rettung bedürfen, in dem sie nicht durch Großstädte irren oder auf einem Floß in unerforschtes Territorium schippern. Sie retten sich selbst und sie retten einander, scheinbar ohne sich dessen bewusst zu sein. Und so muss man auch den Autor eines so einfühlsamen Jugendromans nicht vor den üblichen Vergleichen mit seinen berühmten Vorgängern retten. Mit Hilfe seiner sonderbaren Figuren, hat er etwas Eigenes und Besonderes geschaffen, und das ist genug.

Robert Williams „Luke und Jon“, Berliner Taschenbuch Verlag, 2010, 186 Seiten, 7,90 Euro

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