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Ulrich Thiessen 13.09.2017 06:27 Uhr

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Zwei Theater auf Reisen

Potsdam (MOZ) "Theater für Brandenburg" - so verstehen die Bühnen in Schwedt und Senftenberg ihre künftige Rolle. Mithilfe des Landes sollen regelmäßige Kulturangebote in allen Teilen des Landes abgesichert werden.

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"Als ich vor vier Jahren nach Brandenburg kam, fand ich es ungewöhnlich, dass es in so einem Flächenland kein Landestheater gibt", sagte Manuel Soubeyrand, Intendant der Neuen Bühne Senftenberg, am Mittwoch in Potsdam. Nun soll sein Haus gemeinsam mit den Uckermärkischen Bühnen Schwedt diese Aufgabe übernehmen.

Es ist keine neue Theaterform, nicht einmal die Namen der Häuser werden sich ändern, es ist eine Funktion, erklärte Kulturministerin Martina Münch (SPD) auf einer Pressekonferenz. Ziel ist es, künftig Aufführungen auch in diejenigen Kommunen des Landes zu bringen, die kein eigenes Ensemble haben, wohl aber Spielstätten. Münch verwies auf die jüngste Untersuchung der Enquetekommission des Landtages zur Entwicklung des ländlichen Raumes, der zufolge sich viele Brandenburger mehr kulturelle Angebote in ihren Regionen wünschen.

Schon jetzt spielen beide Theater auch außerhalb ihrer Stammhäuser. Reinhard Simon, Intendant der Uckermärkischen Bühnen, macht jedoch auf den Unterschied aufmerksam. Es gehe nicht darum, ein Mal im Jahr einen Vertrag mit dieser oder jener Kommune auszuhandeln und dort ein Kulturhaus anzumieten. Ziel ist es, die Theater und die Kommunen in die Lage zu versetzten, langjährige Verträge über eine gewisse Anzahl von Aufführungen pro Jahr abzuschließen. Und, so Simon, sich auch auf die jeweiligen Wünsche einzulassen. Es werde mehrere Jahre dauern, sich in Städten wie Fürstenwalde, Eberswalde, Rheinsberg oder Neuruppin ein festes Publikum zu erspielen.

Zurzeit stehen im Landeshaushalt 500 000 Euro für die Ankäufe von Kulturveranstaltungen durch die Kommunen zur Verfügung. Münch hofft, dass sich der Betrag im nächsten Etat erhöhen lässt. Soubeyrand nannte einige Hundert Euro als Kosten für eine kleine Kinderaufführung und rund 5000 Euro für ein großes aufwendiges Musical.

Sein Haus, vor 70 Jahren als Arbeitertheater gegründet, kann auf eine lange Gastspieltradition in der Lausitz zurückblicken. Allerdings sind die meisten Abstecher nach der Wende eingestellt worden, als kein großer Bedarf mehr zu bestehen schien. Dabei, so der Intendant, gibt es mit Kindern und zunehmend älteren Menschen ein Klientel, das nicht zum Theater fährt und es zu schätzen weiß, wenn es zu ihnen kommt.

Allerdings seien viele Spielstätten nicht mehr nutzbar. So besitzt Plessa in Elbe-Elster ein riesiges Kulturhaus. Der Bühne fehlt jedoch ein Lastenaufzug. In Luckau wurde früher in einem großen Kino Theater gespielt. Das sei heute geteilt. Im Theatersaal gebe es nur eine Toilette für Künstler und Publikum. Soubeyrand fordert deshalb eine Spielstättenförderung. Simon dagegen sieht im Norden des Landes keinen Mangel an Auftrittsorten. Laut Münch müssen die Kommunen die Investitionen aus anderen Fördertöpfen bestreiten.

Stattdessen gibt es Geld (in diesem Jahr 120 000 Euro, ab nächstem Jahr 260 000) für die beiden Bühnen. Damit sollen sie zusätzliche Reisekosten einschließlich des benötigten Personals finanzieren. Soubeyrand spricht gar schon von zusätzlichen Schauspielern, die gebraucht werden, und mehr Geld, das so in die Regionen kommt. Noch ist das ein Theatertraum.

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