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Die erste Feier zum 200. Geburtstag

Thomas Messerschmidt / 06.10.2017, 12:00 Uhr
Brandenburg (MZV) (tms) Stürmische Zeiten gab es im Brandenburger Theater immer wieder. Als am Donnerstag draußen "Xavier" tobte, herrschte im Großen Haus eitel Sonnenschein. 400 Gäste erlebten den Festakt zum 200. Theater-Geburtstag. Festlicher Auftakt für eine bunte Jubiläumsspielzeit, in die das Theaterensemble mit viel Lob und reichlich guten Wünschen geht.

Der Festakt war erstaunlich kompakt verpackt. Auf die szenische Präsenz von Jugendtheater und Bürgerbühne wurde verzichtet und künstlerisch ausschließlich auf die Brandenburger Symphoniker gesetzt. Die legten unter Leitung von Peter Gülke brillant mit Beethovens "Egmont Overtüre" los, die perfekt den Bogen zu Schillers Drama "Maria Stuart" schlug, mit dem in Brandenburg an der Havel am 5. Oktober 1817 das Theaterleben begann. Geburtstags-Moderator Manfred Callsen nahm das Publikum mit auf eine Zeitreise, kündete von über 20 Bühnenstandorten in 200 Theater-Jahren, "wobei sich nur drei Stadttheater nennen durften." Das erste am Standort des heutigen Wichernauses, dann das 1912 umgebaute einstige Varieté- und Tanzlokal "Apollo" in der Blumenstraße und schließlich das 1945 aus Schutt und Asche und der "Stadthalle" hervorgegangene Stadttheater, das als neugebautes, 2000 eröffnetes CulturCongress-Centrum fortbesteht. "Die zähe Identität des Brandenburgers hat auch dem Theater geholfen, zu überleben", glaubt Callsen. Staatssekretärin Dr. Ulrike Gutheil stellte das erfolgreiche Wirken der Symphoniker heraus, "deren zweifellos größter Gewinn Herr Gülke ist" und wünschte dem Theater "eine inspirierende Jubiläumsspielzeit und erfolgreiche Zukunft." Viele gute Wünsche folgten per Videoeinspielung von Wegbegleitern und Kulturschaffenden, die sich einig zeigten: "Wir brauchen das Theater!" Ministerpräsident Dietmar Woidke versicherte, dass es "in Zukunft mehr Geld geben wird für das Theater in Brandenburg", das ein wichtiger Leuchtturm der Kultur sei. Geschäftsführer Klaus Deschner hatte die "lieben Politiker" zuvor in seiner Rede aufgefordert, dem Theater genug Geld zur Verfügung zu stellen, "aber wenig genug, um die Kreativität zu erhalten." Deschner weiter: "Wir zeigen, dass Brandenburg an der Havel Kultur kann und laden alle Kultureinrichtungen ein, uns auf dem Weg zu begleiten. Wir sind ein verlässlicher Partner und guter Gastgeber." Allen gilt sein Aufruf: "Brechen Sie mit uns auf in die nächsten 200 Jahre. Sie werden es nicht bereuen!" Das wird sich schon in der Jubiläumsspielzeit zeigen, die mit ihrer bunten Vielfalt die Schar der Theaterfreunde mehren kann (brandenburgertheater.de/spielplan). Dazu kann außerdem die 100-seitige Jubiläumsschrift beitragen, die ab sofort an der Theaterkasse kostenlos zu haben ist. Der auf CD gebrannte Geburtstagsbeitrag der Brandenburger Symphoniker, Franz Schuberts "Symphony No. 8 C major", ist ab 27. Oktober für 19,99 Euro erhältlich.

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