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Bürokratie belastet die Wirtschaft

Informationen aus erster Hand: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Georg von der Marwitz (r.) im Gespräch mit dem Zepernicker Busunternehmer Karsten Brust (l.). Mit dabei war auch Vize-Landrat Carsten Bockhardt (CDU, 2.v.r.).
Informationen aus erster Hand: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Georg von der Marwitz (r.) im Gespräch mit dem Zepernicker Busunternehmer Karsten Brust (l.). Mit dabei war auch Vize-Landrat Carsten Bockhardt (CDU, 2.v.r.). © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Kai-Uwe Krakau / 15.03.2017, 06:40 Uhr
Panketal (MOZ) Die mittelständische Wirtschaft mit ihren Sorgen und Problemen stand am Dienstag im Mittelpunkt eines Besuches des Bundestagsabgeordneten Hans-Georg von der Marwitz im Niederbarnim.

Die Visite begann bereits am frühen Morgen in Ahrensfelde. Dort traf der CDU-Politiker mit Bürgermeister Wilfried Gehrke zusammen, dann ging es zur Tischlerei Salomon in Lindenberg. Von der Marwitz schwärmt anschließend vom "pulsierenden Leben um Berlin", ein herber Kontrast zu seiner Oderbruch-Heimat. "Wir haben hier eine hohe Dynamik", lobt der Landwirt.

In Zepernick empfängt zweieinhalb Stunden später Karsten Brust den Bundespolitiker. Das Busunternehmen wurde 1977 von seinem Vater Willi gegründet, überlebte die DDR und startete schließlich nach der Wende voll durch. In den vergangenen Jahren wurde auf dem 8000 Quadratmeter großen Gelände an der Zepernicker Straße kräftig investiert. Erst vor wenigen Monaten kam eine Waschanlage nach dem neuesten Stand der Technik hinzu - Kosten rund 550 000 Euro. Im Januar übernahm Brust die benachbarte DOCO Fahrzeugtechnik GmbH.

"Inzwischen haben wir 72 Mitarbeiter und 30 Busse", berichtet Brust nicht ohne Stolz. Der Unternehmer ist Vertragspartner von Flix-Bus, fährt seit Dezember wieder für die Barnimer Busgesellschaft (BBG) rund um Bernau und ist auch im Schienenersatzverkehr für die Deutsche Bahn und die S-Bahn Berlin tätig. Darüber hinaus, und das ist Brust wichtig, bietet das Unternehmen auch eigene Busreisen an, die gut ausgelastet sind. Im Juni geht es beispielsweise für acht Tage in das "Land der Fjorde".

Die Fachkräfte-Situation ist ein Problem, das den Unternehmer fast täglich beschäftigt. Es sei zwar etwas besser geworden, eine richtige Entspannung am Markt gebe es aber noch nicht, so Brust. Er hat deshalb die Initiative ergriffen und vier polnische Fahrer sozialversicherungspflichtig angestellt. Die kommen aus Masuren, haben vom Chef eine Unterkunft erhalten und machen eine "super Arbeit".

Von der Marwitz kennt das Thema. Auch dem Bundestagsabgeordneten fällt es schwer, geeignetes Personal für seinen Gastronomie- und Hotelbetrieb zu finden. "Da muss man eben alle unternehmerischen Möglichkeiten nutzen oder das Unternehmen zurückfahren", meint der CDU-Mann. Für Brust nicht unbedingt der richtige Weg. "Wir wollen doch etwas unternehmen", entgegnet er.

Auch die ausufernde Bürokratie ist dem Zepernicker ein Dorn im Auge. Oft sitze er stundenlang am Schreibtisch und müsse irgendwelche Anträge und Statistiken ausfüllen, ärgert sich Brust. "Die Behörden wollen zusammenarbeiten, aber der Datenschutz behindert alles", ergänzt Kay Schröder. Der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Panketal wünscht sich zudem mehr Unterstützung des Mittelstandes durch die Kommune. Panketal dürfe nicht nur ein "Wohn- und Schlafort" sein.

Zum Abschluss des gut einstündigen Gesprächs hat Karsten Bruch noch eine gute Idee. "Der Wirtschaft in Deutschland geht es gut. Warum werden nicht die Rentenbeiträge oder Lohnsteuern für die Arbeitnehmer gesenkt?", fragt der Zepernicker. Dies würde zudem die Kaufkraft erhöhen, was der gesamten Wirtschaft zugute komme.

Der Christdemokrat hat nicht so die klare Antwort parat und spricht von einem "ganz dicken Brett". Lösungen könne es nur langfristig geben, es sei aber ein spannendes Thema für den langsam erwachenden Bundestagswahlkampf.

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