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Biesenthal hat wieder eine weiterführende Schule / Viele Besucher bei der Eröffnungsfeier

Naturschule startet in der Grünstraße

Olav Schröder / 10.10.2017, 06:41 Uhr
Biesenthal (MOZ) Die Eröffnung der Freien Naturschule Barnim ist in Biesenthal jetzt auch offiziell gefeiert worden. In der Stadt gibt es mit der neuen Einrichtung wieder eine weiterführende Schule.

Die Umgebung stimmte. Nicht nur das Schulhaus - ein früherer Bungalow auf dem Grundstück des heutigen Mirabellenhofs in der Grünstraße - war für diesen Tag hergerichtet worden. Auch Scheune und Nebenanlagen auf dem Hof waren für das Fest vorbereitet worden. Aus Stoffen selbst hergestellte Wimpel flatterten über dem Gelände, die beiden Pferde sahen über den Zaun, die "Gäng!" und der "Bummelkasten" sorgten in der bunt und anheimelnd hergerichteten Scheune für flotte und flippige Live-Musik. "Wenn Kinder mit Begeisterung lernen, funktioniert das auch viel leichter", begrüßte Monique Reiter die Besucher, die trotz des anfänglich weniger einladenden Wetters in den sprichwörtlichen Scharen auf das neue Biesenthaler Schulgelände strömten. Es kamen nicht nur Eltern und Großeltern, sondern auch Anwohner, Stadtverordnete und interessierte Gäste aus anderen Orten.

"Kinder lernen gerne, vor allem in der Natur oder in Werkstätten", erläuterte Monique Reiter einen der Grundbausteine der Freien Naturschule Barnim, kurz NaschBa. 15 Schüler sind jetzt mit ihren Lernbegleitern an den Start der neuen Schule gegangen. Darunter befinden sich einige Abc-Schützen, Zweit- und Drittklässler sowie zwei Schüler der achten Jahrgangsstufe. In ihrem Unterrichtsalltag spielt sich das natürliche Lernen ganz konkret wieder. So findet der Unterricht zu Teilen tatsächlich im Freien statt, es gibt wöchentlich zwei Waldtage und in jeder Jahreszeit ein einwöchiges Camp. In den kommenden Jahren wird die Schule deutlichen Zuwachs an Schülern erfahren.

Monique Reiter erwartet, dass bereits in drei Jahren das jetzige Schulhaus in dem Bungalow zu klein geworden sein wird. Rund 80 Kinder und Jugendliche sollen die NachBa einmal besuchen. Das jetzige Gebäude stellt Katrin Paul, die der Schulinitiative angehört, Eigentümerin des Mirabellenhofs ist und als Pädagogin weiterhin in der Supervision mitarbeitet. Mit der Stadt steht die Schulinitiative bereits seit langem in Kontakt und auch ein künftiger Standort war bereits Thema.

Bürgermeister Carsten Bruch (CDU) übergab der neuen Schule eine Musikanlage. Er erinnerte daran, dass Biesenthal 2008 seine Oberschule verloren hatte. "Und es sah so aus, dass die Stadt auch auf lange Sicht keine weiterführende Schule mehr bekommen würde." Mit "richtig viel Engagement" sei genau dies der Schulinitiative jedoch gelungen. Dass gleich der erste Antrag des freien Trägers vom Bildungsministerium genehmigt werde - was nicht unbedingt die Regel ist -, sei ein Zeichen für "die hohe Qualität des Konzeptes" der Schule.

Unterstützung und Vertrauen erhält die NachBa auch von anderer Seite. Mit Hilfe von rund 150 Bürgschaften und Direktkrediten können die ersten drei Schuljahre - erst wenn diese überstanden sind, setzt eine öffentliche Finanzierung insbesondere der Lehrerstellen ein - abgedeckt werden. Zu den jetzigen Geldgebern gehören Sympathisanten der Schulidee ebenso wie die Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken mit Sitz in Bochum. Von Monique Reiter ging der Dank für die Unterstützung nicht nur an die Stadt, sondern auch an die Biesenthaler Grundschule "Am Pfefferberg", die der neuen Schule Räumlichkeiten für den Fach- und Sportunterricht zur Verfügung stellt.

Die ersten Unterrichtswochen liegen nun hinter den Schülern. "Zum Anfang des neues Schuljahres haben sie sich erst einmal kennengelernt, das ist wie an anderen Schulen auch", berichtet Katrin Paul. Inzwischen ist der normale Lernalltag mit den Lernbegleitern um Janine Nousch eingekehrt. Die NaschBa hat in diesem Zeitraum schon über die Grenzen Biesenthals und des Barnims hinaus auf sich aufmerksam gemacht. So informierten sich Grit Hübener und andere Mitglieder des Potsdamer Vereins "Schule des Lebens", der erst kürzlich einen Antrag auf Eröffnung einer Naturschule eingereicht und von dem Biesenthaler Beispiel erfahren hatte.

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