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Barnimer Baumschulen übergaben 95 Apfelbäume der neuen Sorte "Martin Luther"

Symbol der Zukunft

Klassischer Herbstapfel: Ein edles Aroma zeichnet den "Martin Luther" aus. Die neue Sorte ist eine gelbe Frucht mit roten Bäckchen.
Klassischer Herbstapfel: Ein edles Aroma zeichnet den "Martin Luther" aus. Die neue Sorte ist eine gelbe Frucht mit roten Bäckchen. © Foto: Hoffnungsthaler Werkstätten
Sabine Rakitin / 24.10.2017, 06:40 Uhr
Biesenthal/Wittenberg (MOZ) 95 Apfelbäume der Sorte "Martin Luther" sind anlässlich des 500. Reformationsjubiläums jetzt in Wittenberg übergeben worden. Initiator dieser Aktion sind die Barnimer Baumschulen Biesenthal, ein Betriebszweig der Hoffnungstaler Werkstätten gGmbH. Acht Jahre bevor das Reformationsjubiläum gefeiert wurde, kam die Religionspädagogin Gisinda Eggers aus Berlin mit der Idee auf die Barnimer Baumschulen Biesenthal zu. Sie regte an, den Apfelbaum aus dem Luther zugeschriebenen Zitat: "Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen" herauszubringen. Andreas Pachali, Leiter der Barnimer Baumschulen, griff die Idee auf. Die neue Sorte fand man im Abkömmling des Edelborsdorfer Apfels, der ältesten dokumentierten Apfelsorte Deutschlands und vermutlich ganz Europas.

Kein Zitat trifft so sehr auf Martin Luther zu, wie die ihm zugeschriebenen Worte vom Pflanzen eines Apfelbaums angesichts des Weltuntergangs. Davon ist der Luther-Nachfahre der 14. Generation, Senator a.D. Peter Luther überzeugt. Er war Gast bei der Übergabe der Apfelbäume in Wittenberg. Oberbürgermeister Torsten Zugehör führte die Idee und Luthers Gedanken weiter: "Der Martin-Luther-Apfelbaum ist ein starkes Symbol für die Zukunft."

Da der Edelborsdorfer bereits im 12. Jahrhundert bekannt war, lässt vermuten, dass der Reformator sie auch gekannt und verzehrt hat. Das für die Vermehrung und Sortenlizensierung verwendete Pflanzenmaterial stammt aus der Obstbauversuchsstation in Müncheberg in Brandenburg, wo es eine sehr umfangreiche Sammlung obstgenetischer Ressourcen gibt. Andreas Pachali konnte bereits ein Modell des Apfels präsentieren, auch wenn es noch nicht das Original war: "Der "Martin Luther' ist ein klassischer Herbstapfel ."

Thomas Keller, Geschäftsführer der Hoffnungstaler Werkstätten, unterstrich, dass der Apfelbaum auch ein Botschafter für gesellschaftliche Teilhabe sei. "Menschen mit Behinderung finden mit der Aufzucht des Apfelbaums Beschäftigung. So symbolisiert der Baum, dass Menschen mit Behinderung selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft sind."

So gingen - mit Blick auf Luthers 95 Thesen - 95 limitierte Apfelbäume auf die Reise an Orte zwischen dem Schwarzwald und Oslo. Weitere Bäume schlagen in Lobetal und auf dem Kita-Gelände der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal Wurzeln.

In den Barnimer Baumschulen Biesenthal arbeiten zehn Fachkräfte Hand in Hand mit 40 Menschen, die eine geistige oder psychische Behinderung mitbringen.

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